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Alte Stadtansichten Album 02

Der Weinhof im ehemaligen Ausstellungsgelände:

In einem versteckten Winkel zwischen den Gaststätten, der kleinen westlichen Halle und der Zentralhalle im ehemaligen Ausstellungsgelände an der Entersweilerstraße gab es ein „Schmuckhöfchen“, den Weinhof In Nischen und unter kleinen Arkaden standen groteske Fantasiefiguren der Majolikamanufaktur Karlsruhe. Der Kaiserslauterer Bildhauer Sepp Mages hatte die Grotesken gestaltet. Dieser intime, vielleicht etwas geheimnisvolle Innenhof war bei jungen Pärchen äußerst beliebt. Die Nationalsozialisten stuften die Figuren als „entartete Kunst“ ein und vernagelten sie mit grün gestrichenen Brettern. So standen die Grotesken noch bis mindestens 1942 auf ihren Sockeln im Weinhof. Sie sollen dann auf den Stiftsplatz transportiert worden und dort von der Hitlerjugend öffentlich zerschlagen worden sein. Andere Zeitzeugen berichten, daß sie im Weinhof an Ort und Stelle zerschlagen worden seien.

Die Fackelstraße.

Nur der am 30. April 1939 auf den Namen „Fackelwoog-Brunnen“ getaufte Springbrunnen am Fackelrondell läßt diese alte Stadtansicht erahnen. Die Postkartenaufnahme vom Westende der Fackelstraße mit Blick hinüber zur Mühlstraße ist um 1940 entstanden. Links ist der Haupteingang des Hotels Schwan zu erkennen. Bildhauer Fritz Korter hat die Brunnenschale aus Obersulzbacher Sandstein geschaffen. An Ostern 1975 lief der Brunnen zum letzten Mal an seinem alten Standort; er mußte dem Kaufhaus weichen. Die Stadt ließ ihn in seine Teile zerlegen, bereits im Oktober begann der Wiederaufbau auf der Ostseite des alten Pfalztheaters. Der Brunnen lief wieder an Ostern 1976, dank der geschlossenen Front der Brunnenfreunde. Von dem gesamten Umfeld des Brunnens auf diesem Foto ist nichts mehr erhalten. Die Fackelstraße war wiederholt von Luftangriffen betroffen, die Mühlstraße ging beim Nachtangriff vom 28. zum 29. September 1944 zusammen mit dem Kotten in Flammen auf.

Der Rundbau auf einem Luftbild.

Der Rundbau ist gerade fertig geworden, die Familien sind eingezogen. Das unmittelbare Umfeld ist noch nicht hergerichtet. Diese Bau AG-Wohnanlage zwischen Königstraße und Albert-Schweitzer-Straße ist heute noch unverändert erhalten. Im Vordergrund erkennt man aber eine wesentliche Abweichung vom aktuellen Stadtbild: Die private, 1929 entstandene Luftaufnahme aus dem Stadtarchiv zeigt noch den „Holzhof“ der Firma Pfaff, den es heute nicht mehr gibt.

Die Königstraße 97 - 109:

Es ist Sommer 1929. Die Häuser Königstraße 97 bis 109 sind seit einem Jahr bezogen, jetzt werden die Bordsteine gesetzt. Auch dieser Gebäudekomplex, eine Bau AG-Wohnanlage, hat den Bombenkrieg unbeschadet überstanden, das unmittelbare Umfeld hat sich jedoch erheblich verändert. Unmittelbar rechts davon steht der Rundbau. Hinter dem Komplex gibt es heute auf dem ehemaligen Pfaff-Parkplatz eine Gewerbefläche. An der abgebildeten Straßenecke, König-/Roonstraße traf sich im August 1928 eine Gruppe von Pressevertretern und Stadträten zu einer Führung durch die neue Wohnanlage. Eugen Rhein, Mitbegründer der Bau AG, hatte dazu eingeladen, Eugen Hertel hatte mit unterschrieben. „Der Stadtrat war leider nicht stark vertreten“, schrieb die „Pfälzische Freie Presse“ danach. Wie der gegenüber liegende Rundbaukomplex fand diese nüchterne Hussong-Anlage im Rat wenig Verständnis.

Das alte Theodor-Zink-Museum am Stiftsplatz:

Diese Aufnahme ist um 1939/40 entstanden. Sie ist eine „Echte Photographie“ des Verlags Emil Hartmann aus Mannheim. Die Kuppel der Volksbank, links, verrät den Standort des Fotografen. Den rechts davon gelegenen Platz der Spittelmühle, des alten Theodor-Zink-Museums, auf der Nordseite des Stiftsplatzes, nimmt heute der Hotelrohbau ein. Die Stadt hat die Spittelmühle 1951 abgerissen. Der Bus der „Städtischen Verkehrsbetriebe“ steht an der Haltestelle Stiftsplatz.

Der Schillerplatz nach Süden.

Ausstellungsfläche bei der Leistungsschau der Pfälzischen Industrie 1872, Krautmarkt bis 1903, Ort für Volksaufläufe mit Lobreden auf Kaiser und Vaterland vor dem Ersten Weltkrieg, mit Gaststätten und gemütlichem Sommerfreisitz: der Schillerplatz. Man erkennt ihn sofort auf diesem um 1940 aufgenommenen Postkartenfoto. Die Türme der Stiftskirche helfen bei der Identifikation, ebenso die fast unverändert erhaltene Fassadenkulisse auf der linken Seite. In den Schaufenstern der Buch- und Kunsthandlung Gerle, vormals Tascher, im Hintergrund sind die Bücher zu erkennen. Jakob Tascher erhielt 1830 die erste Konzession als Buchhändler in Kaiserslautern. - Sollte jemals jemand auf die Idee kommen, dem Schillerplatz eine Tiefgarage in den Bauch zu graben, müßte er sich auf eine lange Bauzeit einrichten. Im Untergrund sind Wasser und „Kulturreste“ zu vermuten. Julius Küchler, der 1905 eine Chronik der Stadt verfaßt hat, vermutete, daß man bei dem großen Stadtbrand 1288 Ziegeln, Scherben und unbrauchbar gewordene Waffen in die sumpfige Vertiefung geworfen hat.

Am Alberichsberg.

Von 1923 bis 1926 hat die Bau AG auf dem „Kaisermühler Feld“ östlich der Siedlung Erzhütten die ersten Häuser gebaut. Die Straße heißt heute Am Alberichsberg. Die Aufnahme aus dem Archiv der Baugesellschaft wurde im Sommer 1926 gemacht. Der Fotograf stand oberhalb des Hahnbrunnerhofs mit Blick nach Nordosten. Die Dächer des Hahnbrunnerhofs sind rechts unten bei den Kiefernstämmen zu erkennen. Die Bebauung der Kaisermühler Straße versperrt heute diesen Blick. Die aktuelle Straßenführung verläuft fast identisch mit dem Weg, der durch die Getreidefelder führt. „Am Alberichsberg ' ist einer der ältesten Lauterer Flurnamen, der 1310 als „Elbrisberg“ erwähnt wird. Laut den Unterlagen im Stadtarchiv könnte er benannt sein nach dem damals dort ansässigen Müller Elbrich. Um 1600 taucht der Name ..Albersberg“ auf, ab 1927 die Bezeichnung „Alberichsberg“

Die Fischerstraße ohne Arkaden:

Diese private Aufnahme entstand im Winter 1937/38. Der Blick nach Westen in der Fischerstraße zeigt, daß die Arkaden noch nicht eingebaut sind. Das ist an dem in den Straßenraum hineinragenden Block in der Bildmitte zu erkennen. Die Arkaden wurden im Sommer 1938 eingebaut, weil die Nationalsozialisten die Fischerstraße für Aufmärsche verbreitern wollten. Die Zuschauer sollten dabei unter den Arkaden stehen. im Vordergrund rechts ein Relikt aus jenen Jahren, ein „Kohlenauto“. Der Winterbrand, meist Briketts, Kohle oder Koks, wurde in Zentnersäcken mit dem „Kohlenauto“ angeliefert und in den Keller geschafft.

Die Rossebändiger in der Ausstellung.

Es ist kaum nachzuvollziehen, welche Bauleistungen und welche künstlerischen Leistungen im untergegangenen Ausstellungspark an der Entersweilerstraße innerhalb zweier Wochen erbracht wurden. Das Originalfoto aus den Beständen des Stadtarchivs trägt das Aufnahmedatum vom 14. Juli 1925. Die Ausstellung wurde am 1. August 1925 eröffnet. Die Aufnahme zeigt die „Baustelle“ der beiden Betonskulpturen „Rossebändiger“, die vom Bildhauer Fritz Korter geschaffen wurden. Eine dieser Skulpturen ist heute noch im Volkspark erhalten. Der Rossebändiger links im Bild scheint fertig zu sein. Die rechte Skulptur mußte, wie das Bild zeigt , noch aus dem Betonklotz gehauen werden. Das an die Skulpturen anschließende Becken war Mitte Juli zwar schon betoniert, es herrschte aber immer noch „Baustellenchaos“. Zwei Wochen später schwammen fünf Schwäne über den Weiher, Rosenbeete markierten den Weg zum Eingang der Ausstellungshallen. Nur eine kleine Baumallee vor der Haupthalle war am Eröffnungstag in Kübeln arrangiert.

Die Spittelmühle mit Markttreiben.

Herbstlicher Wochenmarkt auf dem Stiftsplatz, vor dem alten Theodor-Zink-Museum. Die Aufnahme aus einer Serie, die ein Mannheimer Verlag, gemacht hat, dürfte aus den dreißiger Jahren stammen. Sie könnte aber auch ein paar Jahre früher gemacht worden sein. Auf dem Originalfoto sind zwei Soldaten zu erkennen, die möglicherweise französische Uniformen tragen. Die französische Besatzung nach dem Ersten Weltkrieg ist im Juni 1930 aus Kaiserslautern abgezogen. Im Hintergrund, oben rechts, sieht man die beiden Antennenmasten des damaligen Senders Kaiserslautern auf dem Rotenberg, dem „Sender“. Mit dem Abriß der Spittelmühle. die nach einem Umbau (1935/36) das Theodor-Zink-Museum beherbergte. hat die Stadt am 19. April 1951 begonnen. Der letzte Besitzer der Spittelmühle, Andreas Müller, baute das Stadttheater, das in der heutigen Karl-Marx-Straße stand.

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