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Alte Stadtansichten Album 07

Das Gasthaus Kersttor.

An der Ecke Kerststraße und Wagnerstraße stand das Gasthaus „Zum Kersttor". Als diese Aufnahme im Jahr 1906 gemacht wurde, war der Gastwirt Adam Willenbacher Inhaber der Gaststätte. Auf einer Fotografie, die ein paar Jahre später gemacht wurde, ist der Name des Wirts in großen Lettern über der Eingangstür zu lesen. Das Gebäude wurde 1751 errichtet. Auf dem Namensschild steht der Name des Wagenbauers W. Rüber und ein Pfeil darunter zeigt in die Wagnergasse. Die eigentliche Wagnergasse war die heutige Löwenstraße. Die heutige Wagnerstraße trug bis um 1800 den Namen „Schindergasse", weil dort der Henker wohnte.

Das Café Käfer.

Das Stadthaus des weit über Kaiserslautern hinaus bekannten Café Käfer war mit seinen vier Stockwerken und der reich verzierten Fassade einer der Prachtbauten in der Marktstraße. Das Haus Marktstraße 46 wurde, wie das gesamte Umfeld der Marktstraße, bei dem Luftangriff am 14. August 1944 völlig zerstört. Das Foto wurde um 1910 aufgenommen. Im Erdgeschoss befand sich die Konditorei, das Café war im Stockwerk darüber. Hinter den heruntergelassenen Markisen sind die Schachspieler zu vermuten, deren Stammlokal das Café Käfer war. Zum Spiel tranken sie immer nur „Spitzenweine" - die ersten auf der Karte. In den dreißiger Jahren wurde nur noch das Café betrieben. In die Räume im Erdgeschoss des stattlichen Hauses war das renommierte Bekleidungshaus Spille & v. Lühmann eingezogen. Die Qualität bei Spille & v. Lühmann sei so gut gewesen, sagten die Leute, dass der Konfirmationsanzug mit „herausgelassenen" Ärmeln und Hosenbeinen noch in der Tanzstunde getragen werden konnte.

Die Brückenstraße.

Die Brückenstraße befand sich etwa zwischen der heutigen Unionstraße und dem St.-Martins-Platz. Die historische Aufnahme aus dem Jahr 1905 zeigt links das Haus der Familie Gräf. Dieses Stadtquartier wurde noch vor dem Ersten Weltkrieg saniert. Die Brückenstraße ist bei diesen Sanierungsarbeiten untergegangen. Der Blick in die Straße geht hier nach Norden in Richtung Unionstraße und Kleine Kirche. Die beiden Kinder sind, wie auf der Rückseite des Fotos vermerkt ist, die Tochter und der Sohn des Glasermeisters Antes.

Die Eisenbahnstraße.

Im alten Kaiserslautern war die Eisenbahnstraße von der heutigen Karl-Marx-Straße bis zur Einmündung in die Marktstraße eine der wichtigsten Einkaufsstraßen. Auf beiden Seiten drängten sich Geschäfte und Gaststätten in bunter Vielfalt. Auf dem Foto aus den Beständen des Stadtarchivs ist der Abschnitt auf der Ostseite etwa zwischen der heutigen Raiffeisenstraße bis zur heutigen Karl-Marx-Straße festgehalten. Auf dem Foto aus dem Jahr 1922 fällt im rechten Teil vor der weißen Markise eine Unterbrechung im Bordstein auf. Das ist die noch erhaltene Einmündung des Basteigässchens. Im Vordergrund rechts ist ein Teil der „Wartburg", des einst höchsten Wohnhauses der Stadt, zu sehen. Im Hintergrund rechts, genau auf der Ecke der Karl-Marx-Straße, steht ein Fuhrwerk vor dem dreistöckigen Haus mit Gaststätte der Brauer-Familie Mayer. Die Leute nannten die Gaststätte „Bier-Mayer". Jeder Lauterer der ältern Generation erinnert sich an den Hund, einen Schnauzer, der auf der Treppe saß und die Gäste anknurrte. „Bier-Mayers Schnauzer", ein Weibchen, war stadtbekannt. Die Schnauzer-Dame hatte einen Freund, den Schnauzer „Axel" aus der Metzgerei Philipp Kohler in der Kerststraße. Mit Vergnügen sahen die Leute zu, wenn beide durch die Stadt fegten. Am 14. August 1944, als die Bomben das ganze Karree in Schutt und Asche legten, war alles vorbei. Was aus „Bier-Mayers Schnauzer" geworden ist, weiß heute niemand mehr. Philipp Kohler kaufte sich wieder einen Schnauzer und der hieß wieder Axel.

Der Stiftsplatz.

Dieses Foto aus dem Jahr 1928 zeigt die Ostseite des Stiftsplatzes. Es ist etwa von der Einmündung der Rummelstraße in den Stiftsplatz aufgenommen. Aktuell gibt es nur noch zwei Orientierungspunkte: das historische Gebäude der Stadtsparkasse links, zu erkennen an den beiden turmartigen Aufsätzen als Abschluss des dritten Obergeschosses und noch etwas weiter links das Türmchen auf dem Gebäude der Volksbank Ecke Kanalstraße und Spittelstraße. Nach dem Gebäude der Stadtsparkasse ist ein Haus mit einer helleren Fassade zu erkennen. Das war das Eckhaus zum dem Sträßchen „Am Stadtweiher", das hinüber zur Luisenstraße führte. Von diesem Sträßchen „Am Stadtweiher" hatte man den schönsten Blick auf den Haupteingang der Synagoge. Das Sträßchen ist untergegangen. Als die Kerwe nach dem Krieg einige Mal zum Teil auf dem Stiftsplatz und auf dem Synagogenplatz abgehalten wurde, hatte das kleine Gässchen eine wichtige Verbindungsfunktion. Am äußersten linken Rand ist ein Teil des alten Theodor-Zink-Museums zu sehen. Im Vordergrund rechts, Ecke Stiftsplatz und Bismarckstraße, residierte 1928 noch die Bayerische Gemeindebank, und durch das obere Drittel des Fotos zieht sich der Fahrdraht der Straßenbahn vom Schillerplatz her in die Bismarckstraße. Das Pferdefuhrwerk ist der Wagen mit der Nummer 25 der „Speditions-Gesellschaft”.

Ein Stück armseliges Kaiserslautern,

das in kleinen Teilen noch bis Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erhalten war. Die Reste der Lohgasse mussten dem Theater-neubau weichen. Das Gässchen erhielt 1892 seinen Namen, der an die damals noch offene Lauter und an die angrenzenden Gerberhäuser erinnert. Die Lohgasse verlief in einem Bogen, genau der Lauter folgend, hinter der Fruchthalle in Richtung heutiger Martin-Luther-Straße/Spittelstraße. Die Aufnahme aus den Beständen des Stadtarchivs wurde im Jahr 1905 gemacht. Im Hintergrund ist die Rückseite der Häuser auf dem Rittersberg zu sehen. Der Name des untergegangenen Gässchens verbindet sich in Kaiserslautern mit schlimmen Erinnerungen. Am 10. Oktober 1924 wurde der Architekt Karl Sprenger aus Kaiserslautern von dem damals arbeitslosen Emil Engelhardt ermordet. Engelhardt habe Sprenger „den Schädel eingeschlagen", steht in den Akten. Nach einem Prozess wurde der Mörder am 25. April 1925 im damaligen Landgerichtsgefängnis I an der Morlauterer Straße mit einer Guillotine hingerichtet. Das Gerüst der Guillotine gehörte zum Inventar des Landgerichtsgefängnisses. Das Messer der Guillotine brachte der Henker eigens aus München mit. Es ist verbrieft, dass er es in einem Koffer trug, dass er Autogramme gab und dass er das Messer sogar gegen ein kleines Entgelt den Leuten zeigte.

Bezirksamt.

Die Szene, die auf diesem winterlichen Foto vom Januar 1940 dargestellt wird, dürfte zum Teil auch der jüngeren Kaiserslauterer Generation bekannt sein und doch hat sich dieses Stadtbild von Grund auf geändert. Die Platane rechts, die schon Napoleon gesehen hat, als er 1804 auf seinem Zug nach Russland mit seinen Truppen durch die Stadt marschierte, steht heute noch auf der Insel zwischen Burg- und Fruchthallstraße. Das „Protestantenhaus" (links), in dem nach dem Krieg das Pfalztheater untergebracht war, wurde 1999 abgerissen. Der massive Sandsteinbau auf der rechten Seite hinter der Platane war das im Jahr 1915 etwa Ecke Max- und Burgstraße erbaute (neue) Bezirksamt, in dem damals die Kommunalaufsicht untergebracht war. In der Bildmitte geht der Blick zu den im Bombenkrieg untergegangenen Häusern in der Burgstraße. Die beiden oberen Stockwerke des Bezirksamts wurden am 14. November 1956 um 16.40 Uhr durch den Absturz eines amerikanischen „F 86 Sabre-Jets" zerstört. Als die Maschine von Osten her in das Dachgeschoss einschlug, gab es neben dem Piloten noch zwei Tote und fünf Verletzte. Der brennende Jet raste in kaum 20 Metern Höhe über die Köpfe der am „Eisplätzchen" auf die Busse wartenden Menschen. Das Bezirksamt beherbergte 1956 eine französische Dienststelle, die „Verbindungs-Delegation" und eine französische Bibliothek. Mit dem Abriss ließ man sich Zeit. Erst sechs Jahre später, 1962, wurde das „Menetekel an der Maxstraße" abgerissen.

Der Stadtpark.

Diese Holzaktion im Stadtpark ist nicht aktuell, sie ist Geschichte. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1938. Vor fast 70 Jahren wurde der Stadtpark von Grund auf ausgelichtet und teilweise wieder aufgeforstet. Wir befinden uns in der Nordwest-Ecke mit Blick auf die Kreuzung Karcherstraße und Pirmasenser Straße. Im Hintergrund rechts wäre das alte Hallenbad zu suchen. Bis auf das Haus hinter dem Holzstoß und den Brunnen ist die Kulisse noch erhalten. Der Park wurde im Frühjahr 1876 auf dem ehemaligen „Sauwasen" an der Pirmasenser Straße angelegt. Der sehr aktive Kaiserslauterer Verschönerungsverein hatte sich dieses Ziel erst ein Jahr zuvor gesetzt. Der bildbeherrschende gusseiserne Brunnen wurde 1877 gesetzt. Er war eine Spende der Firma Gienanth. Der Stadtpark wurde immer etwas stiefmütterlich behandelt. So gab es beispielsweise schon 1911 Klagen. Der Promenadenweg auf der Nordseite stehe nach jedem Regen unter Wasser. Er sei in Schmutz und Morast versunken, war in der Zeitung zu lesen. Kaum seien die Beete angelegt, kämen die „Rohlinge" und zertrampelten die Blumenpracht. In den Jahren des Zweiten Weltkriegs gab es im Stadtpark keine Blütenpracht mehr. Die Stadt ließ das Gras auswachsen und im Juli war Heuernte. Das Reich könne sich keinen Rasenteppich leisten, hieß es. Das war die Zeit, in der vor der Pfalzgalerie und vor dem Mittelblock der Bau AG-Wohnanlage in der Fischerstraße Kartoffeln gepflanzt wurden.

Spittel-, Stein- und Marktstraße.

Alle schauen zur Kamera. Vielleicht brauchte der Fotograf eine Viertelstunde, bis er seinen fotografischen Apparat aufgebaut und die silberbeschichtete Glasplatte eingeschoben hatte. Das erregte Aufmerksamkeit. Um 1900 nahm er schließlich einen der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in der Stadt auf: die Kreuzung Spittel-, Stein- und Marktstraße. Die Kamera ist auf die Ecke Spittel-/Steinstraße gerichtet, auf die damals bereits geschlossene Gaststätte „Zum Bayerischen Hiesel". Obwohl der Name über dem Eingang deutlich zu lesen ist, hieß die Gastwirtschaft im Volksmund „de Schlamassel". Vielleicht ein Hinweis auf die verfahrene Situation des Inhabers, der den Betreib aufgeben musste. Zur Zeit der Aufnahme befand sich eine Vermittlungsstelle für „Bäcker-Gehülfen" in dem Haus. Zu sehen sind außerdem Lauterer Stadtszenen um 1900: Kinder mit Reifen, rechts halbverdeckt ein Hochrad. Der Postbote, ebenfalls rechts im Bild, fuhr schon ein moderneres Modell. Die Pferde mit den gestutzten Schwänzen sind auf dem Weg zum St.-Martins-Platz. Etwa an dieser Stelle steht heute die Spoliensäule. Über dem Dach vom „Schlamassel" ist der Kirchturm von St. Martin zu erkennen. Das Haus mit dem Krüppelwalmdach, im Hintergrund rechts, war die Papierhandlung Berg, und davor ist noch ein kleines Stückchen der Volksbank zu sehen

Der Fackelwoog-Brunnen.

Bis ins letzte Detail hinein hat dieses Stück Alt-Lautern den Krieg unversehrt überstanden, sogar der Omnibus der städtischen Verkehrsbetriebe mit seiner Motorschnauze, links im Hintergrund neben den Brunnenschalen. Diese Stadtkulisse wurde erst hinterher nach und nach verändert. Hinzugekommen sind auf diesem Foto aus dem Stadtarchiv nur die Fahrdrähte der Obuslinie 1, die im oberen Teil durch das Bild laufen. Das Foto wurde 1950 vom Haupteingang des Pfalztheaters mit Blick auf das alte Bezirksamt aufgenommen. Die Fläche vom Fackelwoog-Brunnen ab bis über das Bezirksamt hinaus ist seit 1976 vom Vorplatz und vom Kaufhaus Karstadt belegt. Der dichte Baumbestand beim Eingang zur Königstraße, links neben dem Bezirksamt, erinnert an das reiche Grün in der Innenstadt. Wenn die Obusse um das Fackelrondell glitten, war das Klatschen der Gummireifen auf dem Kopfsteinpflaster das lauteste Geräusch.

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