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Alte Stadtansichten Album 08

Das Fackelrondell 1937.

Das Fackelrondell hat im Lauf der Jahrzehnte immer wieder sein Gesicht geändert, bis es am Ende kein Rondell mehr war. Man könnte auch sagen, das Fackelrondell habe im Laufe der Jahrhunderte sein Gesicht geändert. Christmann Strohmeyer, der Architekt Johann Casimirs, hat schon zwischen 1576 und 1583 Rondelle westlich des Schosses angelegt. Das Foto aus dem Stadtarchiv wurde 1937 aufgenommen. Baubeginn für den Fackelwoog-Brunnens war 1938, die Einweihung folgte am 30. April 1939. Der Blick auf dieser Aufnahme geht in etwa nach Südwesten. Die Pariser Straße mündet zwischen dem Haus „Hexenbäcker” (rechts) und dem alten Bezirksamt (links daneben) in das Fackelrondell ein. Ganz links, hinter der Laterne sind noch die Einmündung der damaligen Ferdinand-Wiesmann-Straße (vorher und später Schwanenstraße) und die nach rechts abbiegende Königstraße zu sehen. Die Schwanenstraße war der untere Teil der heutigen Richard-Wagner-Straße. Mit dem alten Bezirksamt ist ein Stück geschichtsträchtiges Kaiserslautern festgehalten. Von der Treppe unterhalb des mit Säulen gestützten Balkons verkündete der Bezirksamtmann am 2. August 1914 offiziell die kaiserliche Mobilmachung. Einen Tag zuvor hatte Deutschland Russland den Krieg erklärt, Frankreich am 3. August 1914 und England am 4. August 1914. Das alte Bezirksamt hat den Zweiten Weltkrieg überlebt. Es musste einem großen Parkplatz weichen, auf dem später das Kaufhaus Karstadt gebaut wurde.

Der Schillerplatz im Jahr 1954.

Auch dieses Stückchen von Alt-Lautern blieb vom Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs verschont. Der größte Teil dieser Stadtpartie wurde allerdings von den Abrissbaggern beseitigt, als sie 1954 die Ost-West-Schneise durch die Stadt schlugen. Aus dieser Zeit stammt das Foto aus dem Bestand des Stadtarchivs. Auf dem Schillerplatz, den der untere Teil des Bildes zeigt, sind die Baustellen schon eingerichtet. Im rechten Bildabschnitt sind die Bäume vor der Schlosskaserne zu sehen. Diese Gebäude musste Ende der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts dem Rathausbau weichen. Das 23er Denkmal auf seinem angestammten Platz ist Orientierungshilfe für die aktuelle Situation. Links im Bild erkennt man eine Ecke des heute noch erhaltenen ersten Stahlskelettbaus in Kaiserslautern aus dem Jahr 1928. Die „Hauptpost" an der Logenstraße, ebenfalls ein Stahlskelettbau, wurde erst vier Jahre später, 1932, errichtet. Beide sind in Anlehnung an den Stil der Bauhaus-Schule gebaut. Auf der Ecke der gegenüberliegenden Straßenseite steht noch das Haus der „Pfälzischen Presse", in dem Hermann Löns als Journalist arbeitete, bis ihn sein Chef, Emil Thieme, „wegen Unzuverlässigkeit" entließ. Löns veröffentlichte zum Abschied noch ein vaterländisches Gedicht, das Thieme gerne veröffentlichte. Die Anfangsbuchstaben der einzelnen Zeilen ergaben den Satz: „Emil Tiehme ist der größte Esel in Kaiserslautern". Thieme hat es zu spät bemerkt, und Lautern feixte. Hermann Löns war von 1891 - 1892 bei dieser Zeitung tätig und ist 1914 auf französischem Boden im Krieg gefallen.

Das Haus Steinstraße 13.

Das Haus Steinstraße 13 mit dem „Schwarzwalddach" und dem vorstehenden Obergeschoss gehörte zum historischen Baubestand der Altstadt. Die Aufnahme wurde im Jahr 1928 gemacht. Erbaut wurde das Haus 1742. Der Lederhändler Hohmann hat zuletzt darin gewohnt. An dem wesentlich stabileren Gebäude rechts im Bild, damals Steinstraße 15, ist oberhalb des Kapitells des Sandsteinpfeilers ein Haken für den Fahrdraht der Straßenbahn zu sehen, unten sind die Schienen zwischen den Pflastersteinen zu erkennen. Rechts der Steinstraße 15 (nicht zu sehen) schloss sich die Metzgerei Nusshag mit einer Gaststätte an. Links im Bild, nach dem „Friseur-Salon Ludwig Schneider", erkennt man ansatzweise die heute noch unverändert erhaltene Fassade des ehemaligen Stadthauses I, des „Stadthauses Steinstraße" am St.-Martins-Platz. Das Foto gehört zu den Beständen des Stadtarchivs.

An der Maurer- und Riesenstraße.

Hausabriss in den 1890er Jahren. Die Arbeiter sind gerade dabei das Dach abzudecken. Wegen der Neubebauung im Laufe der Jahre und der leicht veränderten Straßenführung ist diese Stadtkulisse kaum noch genau zu definieren. Auf der Fotographie ist die Bebauung zwischen der Riesen- und der Maurerstraße zu sehen. Die Aufnahme wurde etwa von der Eisenbahnstraße her gemacht. Keines der Gebäude, das als Orientierungshilfe dienen könnte, ist heute noch vorhanden.

Die Spittel- und Fruchthallstraße.

Rechts im Bild ist noch ein Stück der offenen Lauter zu sehen. Von der Kanalstraße her floss sie um 1900 - zum Zeitpunkt dieser Aufnahme - noch offen durch die Spittelstraße bis kurz vor die Einmündung der Steinstraße. Hier nahm der bis dahin schon gebaute Kanal die Lauter auf, wie auf dem Foto zu sehen ist. Wir befinden uns in der Spittelstraße und schauen nach links im Bild in die Fruchthallstraße, Richtung Fruchthalle. Das etwas zurückgesetzte Eckhaus in der Bildmitte und die nachfolgenden Gebäude in der Fruchthallstraße blieben, abgesehen von kleinen Veränderungen, noch bis zum Bau der Ost-West-Achse erhalten. Von rechts her kommt etwa in der Bildmitte die Steinstraße und von links die Marktstraße. Diese Kreuzung war die Grenze zwischen der Unterstadt zur Marktstraße hin und der Oberstadt, die mit der Steinstraße begann. Als die Lauter dort noch offen floss, war die Scherbrücke die Verbindung zwischen Unterstadt und Oberstadt. Heute sind dort eine Ampelanlage und der Fußgängerübergang zur Steinstraße. Das Haus mit der weißen Fassade unmittelbar hinter der Kanalmauer war die Gaststätte „Zum Bayerischen Hiesel".

Die Stiftsstraße.

Alle „Stifts-Namen" rund um den Stiftsplatz gehen, wie auch der Name des Platzes, zurück auf Barbarossas Stiftung des „Hospitals der Heiligen Maria" aus der Zeit um 1176, so auch der Name der Stiftskirche, der Stiftsstraße und der untergegangenen Stiftsschule. Auf dem Foto aus dem Jahr 1958 sind drei fest aneinandergefügte Gebäudekomplexe zu sehen: von rechts das Doppelgebäude des „Stifts", eines der ersten Kaiserslauterer Schulgebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach links schließt sich der Neubau eines städtischen Verwaltungsgebäudes aus den 1950er Jahren an und daran fügt sich die Westseite des Karlsbergs. Der gesamte Komplex musste 1960 dem Kaufhaus Wertheim Platz machen. Auffällig am Stiftsgebäude sind die neuromanischen Rundbogen der Fenster, Türen und Tore. Sie waren eine Erinnerung an die bayerische Zeit der Pfalz. In den Jahren 1868 bis 1886 ließ König Ludwig II. von Bayern das Schloss Neuschwanstein im neuromanischen Stil bauen. In Bayern und im bayerischen Rheinkreis, in der Pfalz, kopierte man den „modernen" Baustil, neuromanische Fensterreihen, wie in Neuschwanstein. Im Stiftsgebäude waren Schulen untergebracht: nacheinander eine reformierte Knabenschule, eine Mädchenschule, eine „Lateinschule" und schließlich eine „Hilfsschule". Der zeitliche Abstand versöhnt. Darum kann man daran erinnern, was allen Lauterern geläufig war und sicher auch heute noch bekannt ist: Die „Hilfsschule" im Stiftsgebäude, von engagierten Lehrern geleitet, war im Volksmund die „Dummschul"". Sie wurde im Jahr 1940 aufgelöst. In dieser „Hilfsschule" hatte die Stadt nicht nur die bedauernswerten behinderten Schüler untergebracht, sondern auch „intelligente" Faulenzer und zurückgebliebene Schulschwänzer. In den 50er Jahren war ein Teil des Doppelgebäudes an die Post vermietet. Auch hier stand der Name sofort fest: die „Stiftspost".

Das Sanierungsgebiet Altstadt.

Das Foto ist Mitte der 70er Jahre im Sanierungsgebiet der Steinstraße entstanden. Es zeigt das Areal des späteren Stockhausplatzes, der 1979 offiziell seinen Namen erhielt. Im Zuge der Sanierung wurden die bildbeherrschenden Häuser in der Mitte der Aufnahme abgerissen. Das Haus der Bumiller-Raab-Stiftung, mit der weißen Fassade rechts, ist noch erhalten; das Jugendzentrum ist darin untergebracht. Nachdem der Stadtrat 1961 im Vertrauen auf das Bundesbaugesetz für Teile des späteren „Sanierungsgebiets Altstadt” eine Veränderungssperre beschlossen hatte, dachte kein Hausbesitzer mehr an Renovierung der Gebäude, die meist aus dem 19. Jahrhundert stammten. Das Bundesbaugesetz enttäuschte. Später bot das Städtebau-Förderungsgesetz bessere Finanzierungschancen. Die „Altstadtatmosphäre” mit dem Geruch von Abortgruben, Bratkartoffeln und Schmierseife blieb noch bis Mitte der 70er Jahre in den Gässchen haften. Der Umbau der Altstadt begann erst 1976. Von privater Seite wurden rund 125 Millionen Mark investiert, dazu flossen rund 20 Millionen Städtebau-Förderungsmittel. Der Baubestand war schon in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sanierungsbedürftig.

Ludwigstraße.

Das markante vierstöckige Haus mit dem turmartigen Aufbau in der Ludwigstraße, stadtauswärts auf der rechten Seite kurz vor dem Mainzer Tor, ist noch erhalten und vorbildlich restauriert. Die Umgebung auf dem Foto aus dem Stadtarchiv ist in keinem Punkt mehr mit heute identisch. Der größte Teil der Häuser ist bei der Altstadtsanierung und zuvor schon untergegangen. An das Gebäude, das die Leute die „maurische Burg" nannten, schließt sich links ein Stück der Stadtmauer an. Die Aufnahme wurde im Februar 1942 gemacht.

Schlittschuhlauf an der „Ausstellung”.

Schlittschuhläufer tummeln sich an einem Wintertag im Jahr 1928 auf dem Schwanenweiher im heutigen Volkspark vor der Kulisse der 1925 errichteten Ausstellungsgebäude. In den Bauten im Hintergrund war das Ausstellungsrestaurant untergebracht. Entlang des Zauns, im Hintergrund von links zur Mitte hin, verläuft heute die Donnersbergstraße. Schlittschuhlaufen war auch etwas weiter östlich (außerhalb des Fotos rechts) auf dem künstlich angelegten Weiher vor den hufeisenförmig angeordneten Zentralhallen des Ausstellungsparks möglich. Die Schlittschuhläufer von damals trugen Hüte, Sportanzüge mit Krawatte und Mäntel. Die großen Bogenlampen am Rande des zugefrorenen Weihers beleuchteten abends die Eislauffläche. Ganz rechts im Bild tasten sich zwei ältere Herren mit ihren Spazierstöcken auf dem Eis voran. Versicherungs- und Haftungsprobleme gab es nicht.

Der Kerweplatz der „Ausstellung”.

Nördlich des 1925 gebauten Ausstellungsparks an der Entersweilerstraße hatte die Stadt gleichzeitig ein Areal für einen „Vergnügungspark" vorbereitet. Dieses Gelände hinter der ehemaligen Zentralhalle des Ausstellungsgeländes (von der Bildmitte nach rechts) wird heute größtenteils vom Betriebshof der Verkehrs-AG der Technischen Werke eingenommen. In dem Vergnügungspark sollten künftig die Lauterer Kerwen abgehalten werden. Am 18. Mai 1928 startete der Lauterer Maimarkt auf dem neuen Gelände. Das Foto aus dem Stadtarchiv entstand auf der Oktoberkerwe 1928. Die Geschichte der Lauterer Jahrmarktplätze erscheint so unruhig wie das Leben der Schausteller. Von 1913 bis 1928 war der untergegangene Barbarossaplatz bei der Barbarossastraße Kerweplatz, von 1928 bis 1936 der neue Platz beim Ausstellungsgelände und dann der Maxplatz, der beim heutigen Rathaus lag. Nach dem Krieg kam die Kerwe wieder auf den Stiftsplatz, wo sie im 19. Jahrhundert schon einmal war, im Oktober 1953 fand die Lauterer Kerwe erstmals auf dem teilweise ausgebauten Messeplatz statt. Der bewaldete Berg im Hintergrund ist der 325 Meter hohe Hüttenkopf. Es sind nur einzelne hohe Kiefern zu erkennen. Der noch sehr niedrige Nachwuchs ist kaum zehn Jahre alt. Nach dem Ersten Weltkrieg hatten die Franzosen den Hüttenkopf bis auf wenige Kiefern abgeholzt.

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