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Alte Stadtansichten Album 10

Die Waschmühle.

Bild91Diese „Stadtansicht", die wohl mehr eine Waldansicht ist, wurde 1939 aufgenommen. Die Häuserkulisse des Stadtteils Morlautern hat sich zwischenzeitlich verändert und das Freibad Waschmühle, im Vordergrund, ist neu gestaltet. Der Blick vom Vorderen Rotenberg, wo der Fotograf stand, hinüber zum Kieferberg könnte aber durchaus eine ganz andere Szene bieten, wenn die Reißbrettfantasien aus dem Jahr 1939 umgesetzt worden wären. Aus jenem Jahr stammt die Idee des Saar-Pfalz-Kanals, der durch das Eselsbachtal geführt werden sollte. Das damalige Saargebiet wollte sich zum Rhein hin orientieren. Der Krieg kam dazwischen, und der Plan verschwand in einer Schublade. Er wurde 1961 wieder aufgegriffen, bis 1986 zeitweise heftig diskutiert und dann endgültig ad acta gelegt. Die „Wesch" wäre untergegangen. Ein fünf Kilometer langer Stausee sollte entstehen, an dessen Nordufer allerdings ein Freibad eingerichtet werden sollte. Fischzuchtanlagen waren vorgesehen, ein Schilfgürtel und ein kleiner Hafen für Wassersportler.

Die Baustelle Marienkirche.

Bild92Die Marienkirche wurde von 1887 bis 1892 erbaut. Die Originalfotografie wurde im Laufe der Jahre immer wieder reproduziert. Diese Reproduktion ist im Besitz des Stadtarchivs. Das Original wurde 1890 aufgenommen. Es ist also der Stand des Kirchenbaus nach drei Jahren zu sehen. Das gesamte Kirchenschiff mit der Apsis und den Aufbauten ist fertig. Die Gerüste sind abgebaut. In der Mitte des Fotos sind deutlich drei Arbeiter bei Dacharbeiten zu erkennen. Am Turm stehen noch Holzgerüste. Bis zur Spitze fehlt noch ein Stück, und an den Fenstern sind schon die Rahmen eingesetzt. Die Marienkirche war ein „Wegweiser" der Stadterweiterung nach Westen. Sie wurde auf das freie Feld ursprünglich auf einem fast runden Terrain gebaut, umgeben von Gärten, wie die Bohnenstangen im Vordergrund beweisen. Von der städtebaulichen Situation her war ihre „externe" Lage im Westen zu vergleichen mit der 1883 im Osten ebenfalls auf noch freiem Gelände erbauten Synagoge. Beide Gotteshäuser waren damals Signale, die zeigten, wie sich die Stadt weiterentwickeln sollte.

Winter 1940 auf dem Eisplätzchen.

Bild93Bei der älteren Generation ist der Name „Eisplätzchen" immer noch in Gebrauch. Etwa von der Mitte des Fotos zur rechten Seite hin erhebt sich jetzt der Rathaushügel. Der ehemalige Gefängnisbau im Hintergrund und die Maxschule, links im Bild, erläutern die Situation. Auf dem Gelände der Häuserreihe vor dem Gefängnis steht heute die Kreisverwaltung. Das Eisplätzchen selbst lag im Vergleich zur Maxstraße, auf dem Foto links vor der Maxschule, etwa vier bis fünf Meter höher. Zur Maxstraße hin stützte eine Sandsteinmauer den erhöhten Platz. In Lautern gab es früher immer wieder zwei Neuigkeiten, die sich wie ein Lauffeuer verbreiteten: Der Hungerbrunnen läuft und die Feuerwehr hat das Eisplätzchen gespritzt. Bei 2 oder 3 Grad unter Null wurde die erste Wasserschicht aufgetragen, dann eine zweite und ein dritte, und fertig war das Schlittschuh-Paradies in der Stadt. Der Betrieb auf dem Eisplätzchen lief ohne Aufsicht, ohne Versicherung und auch ohne Beschwerden. Wer so ungeschickt war, dass er sich verletzte, bekam zu Hause noch etwas hinter die Ohren.

Die Rückseite der Orffstraße.

Bild94Die Aufnahme aus dem Jahr 1928 gewährt einen Blick in einen der vielen von Stadtbaumeister Hermann Hussong konzipierten Innenhöfe. Das Foto zeigt die Hofseite der Orffstraße 1-5. Die Gebäude dieser Bau-AG-Wohnanlage wurden zwischen 1921 bis 1923 gebaut und zur Hofseite hin mit den damals so beliebten Loggien ausgestattet. Abgesehen von den üppig wachsenden Mietergärten ist die Rückansicht der Gebäude in ihrer Grundsubstanz noch erhalten. Aber schon bald wird diese Aufnahme an historischem Wert gewinnen: Im September dieses Jahres wird die Bau AG mit der Sanierung und Umgestaltung beginnen. Die Vorder- und Seitenfassaden werden erhalten bleiben. Die auf dem Foto festgehaltenen rückseitigen Fassaden werden abgerissen und neu gestaltet. Balkone sollen angebaut und im Hof sollen Unterstellplätze eingerichtet werden. Auch die Gestaltung des Innenhofs liegt schon im Konzept vor.

Der Schlachthof.

Bild95Der Städtische Schlachthof, im September 1996 endgültig geschlossen, ist hier kurz nach der Schließung fotografiert. Die abgebildeten Gebäude der Einrichtung liegen am Gelände der Gartenschau. Das Verwaltungsgebäude des ehemaligen Schlachthofs, ganz links im Bild, ist renoviert und unverändert erhalten. Der bildbeherrschende Langbau ist völlig umgestaltet: Die Verladerampe, an der Schlachtvieh per Bahn angeliefert wurde, die Kühlaggregate und die Sandsteinmauer wurden entfernt, Fenster und Türen sind heute wegen der veränderten Nutzung zugemauert. Die Gleise sind abgebaut. Einen Teil nutzt der Karnevalverein Kaiserslautern als „Kalause". Der Kaiserslauterer Schlachthof wurde 1888 gebaut, 1890 kam ein Kühlhaus dazu, 1933 die Kuttelei. Noch kurz vor Kriegsbeginn kamen 1939 neue Ställe dazu. Die Händler brachten das Vieh aus der Umgebung zum Schlachthof, aus Baden-Württemberg wurde das Kälberaufkommen verstärkt und aus Schleswig-Holstein der Schweinebedarf aufgestockt. Bis der neue Schlachthof an der Forellenstraße eröffnet wurde, befand sich das alte Schlachthaus hinter der Fruchthalle, mitten in der Stadt. Später war in einem Teil der alten Räume die Freibank untergebracht, in der Fleisch verkauft wurde, das bei der Beschau nur als „bedingt tauglich" abgestempelt wurde.

Ecke Steinstraße/Mannheimer Straße.

Bild96Die Ecke Steinstraße/Mannheimer Straße, wie sie auf dem Foto aus dem Stadtarchiv zu sehen ist, hat ihr Aussehen völlig verändert. Die Verdrahtungen über der Straße und die Schienen rechts unten, die von der Steinstraße her kommen, verraten, dass das Bild in der Straßenbahnzeit aufgenommen wurde. Es stammt aus dem Jahr 1925, dem Jahr, in dem das Straßenbahnnetz durch die Steinstraße zum Nordbahnhof erweitert wurde. Der Kaiserbrunnen wäre rechts etwas außerhalb des Fotos zu suchen. Im Jahr 1925 war Kaiserslautern noch französisch besetzt. Auf dem Original der Fotografie sind die Straßenschilder „Rue de Mannheim" und „Rue de Pierre", Steinstraße, zu erkennen. In der „Wirtschaft zum Mainzer Thor" verkehrten überwiegend Fuhrleute, die noch einmal kräftig unterlegten, bevor sie die Stadt verließen oder bevor sie nach langer Fahrt in die Stadt hinein fuhren.

Ärmliches Kaiserslautern.

Bild97Wir befinden uns im Bereich nordöstlich der Fruchthalle, etwa zwischen der Unionstraße und dem St.-Martins-Platz, und wir sind im Jahr 1905. Nachdem dieses Terrain heute völlig umgestaltet ist, kann man den Standort des Fotographen nur ahnen. Er richtete seine Kamera von der Ecke Lohgasse in die Brückenstraße. Der Turm der Kleinen Kirche, links oben, gibt eine Orientierungshilfe. Die Brückenstraße führte in einem rechten Winkel ungefähr von der Mitte der heutigen Unionstraße nach Süden über eine Lauterbrücke in Richtung Fruchthalle. Die Brückenstraße ist auf dem Stadterweiterungsplan von Stadtbaumeister Eugen Bindewald aus dem Jahr 1887 noch eingezeichnet. Im Stadtplan von 1922 ist sie nicht mehr zu finden. Dieses Terrain wurde um die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zum Teil saniert. Teile der Lohgasse blieben noch bis zum Theater-Neubau Anfang der 1990er Jahre erhalten. Die Aufnahme ist im Besitz des Stadtarchivs.
 

Die Marktstraße 1870.

Bild98„Geschenk des Herrn Hoffotographen Georg Ferner, Kaiserslautern" ist an der Seite des Fotos vermerkt. Es entstand 1870 und zeigt die Ecke Marktstraße/Schillerstraße, aufgenommen etwa von der Adler-Apotheke aus, deren Lampe links zu sehen ist. Der Blick geht noch etwas in die Schillerstraße hinein zum Spinnrädel. Der eigentliche Wochenmarkt wurde schon seit 1850 auf dem Stiftsplatz abgehalten. Bei der ärmlichen Marktszene mit den zwei, drei Holztischen - rechts im Bild zu sehen - könnte es sich um den „Buttermarkt" handeln. Der wurde bis 1912 auf diesem alten Marktplatz abgehalten. Alle diese 1870 fotografierten Häuser wurden zwischen 1877 und 1887 abgerissen und fast mit der gleichen Grundstücksaufteilung wieder aufgebaut. (urg)

Die Ausstellung.

Bild99Das 1925 von Stadtbaumeister Hermann Hussong gebaute Ausstellungsgelände war weit über die Stadt Kaiserslautern hinaus bekannt. Die “Ausstellung” mit ihren Hallen und Parkanlagen war eines der meist fotografierten Objekte in Kaiserslautern. Wie diese Postkartenaufnahme aus den 40er Jahren existieren heute noch viele Fotografien aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Man muss sich in das alte verträumte und verwinkelte Kaiserslautern versetzen, um zu erfassen, was die Ausstellungsbauten damals bedeuteten -modernste Architektur, von Hussong übernommen aus Hamburg und Berlin. Die Aufnahme zeigt den Restaurantbereich mit dem turmartigen Aufsatz über der zentralen Tanzfläche und links den Tanzpavillon im Freien, von dem noch einige Säulen im heutigen Volkspark erhalten sind. Links im Bild verläuft heute die Donnersbergstraße. Die “Ausstellung” wurde am 1. Januar 1945 bei einem Luftangriff zerstört.

Münchstraße und Storchenturm:

Bild100Die Münchstraße ist ihrem Namen nach eine der ältesten Straßen Kaiserslauterns. Der Name ist schon seit 1742 nachweisbar. Er geht auf die „Mönche" des angrenzenden, von Kaiser Barbarossa im 12. Jahrhundert gegründeten Prämonstratenser-Klosters zurück. Das Foto gewährt einen Blick in die Münchstraße im Jahr 1912. Auf dem Nasenschild in der Mitte des Bildes steht “Schuh-Besohlungs-Fabrik”. Fabrikähnlich sieht das Gebäude nicht unbedingt aus. Auch von der Gewerbekartei her ist nicht bekannt, dass sich dort eine „Fabrik" befunden hat. Möglicherweise betrieb ein Schuhmacher mit zwei oder drei Gesellen sein Handwerk. Das auf dem Originalfoto gemalte Kreuz rechts oben markiert die Reste des Münchpfortenturms (Storchenturm). Größere Teile davon wurden schon um das Jahr 1900 abgetragen. Der Münchpfortenturm ist in der Stadtgeschichte der am frühesten erwähnte Turm, was nicht besagt, dass er der älteste ist. Er wurde um 1339 von den Mönchen des Klosters erbaut und unterhalten. Weil später dann Störche darauf nisteten, wurde er auch Storchenturm genannt. Ganz rechts im Bild ist die Rückseite des Karlsberggebäudes zu erkennen.

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