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Alte Stadtansichten Album 11

Straßenbahnhaltestelle Bahnhof.

Bild101Das war bestens funktionierende städtische Infrastruktur: Auf dem alten Bahnhofsvorplatz, dem heutigen Guimarães-Platz, eine Haltestelle der Linie 1 der städtischen Straßenbahn, dahinter der Eingang zum Hotel Brenner und gegenüber der Hauptbahnhof - kurze Wege für den Gast in Kaiserslautern. Als alte Stadtansicht hat bis heute nur noch die prächtige Sandsteinfassade des ehemaligen Hotels Brenner überlebt. Die Tür zum Hotel ist heute in einer etwas bescheideneren Ausführung, aber immer noch am alten Platz. Die unleserliche Schrift der Abfahrtszeiten der Straßenbahn ist kein Missgeschick des Fotografen, der das Bild 1925 aufgenommen hat. Die Abfahrtszeiten der Straßenbahn waren auf vielen Schildern äußert schlecht lesbar. In der Zeitung stand damals einmal eine Glosse, die den Weg eines Mannes an einem Regentag vom Hauptbahnhof bis zum Fackelrondell „entlang der Straßenbahnhaltestellen“ beschrieb. Auf keinem Täfelchen waren die Abfahrtszeiten deutlich zu erkennen. Durchnässt erreichte er sein Ziel.








Obus am alten Theater.

Bild102Diese Aufnahme des ersten Kaiserslauterer Oberleitungsbusses, des 101, vor einer bis auf den Turm der Martinskirche untergegangenen Stadtkulisse, ist am 28. Oktober des Jahres 1949 entstanden. An diesem Tag wurde der Obus im Rahmen einer „Ingenieurfahrt“ am Fackelrondell der Bevölkerung vorgestellt. Offizielle Inbetriebnahme war am nächsten Tag, am 29. Oktober 1949. An dem Haus des Protestantenvereins, des späteren Pfalztheaters, sind noch die Bombenschäden vom Luftangriff am 14. August 1944 zu erkennen. Der hintere Teil des Gebäudes, im Bild nach rechts hin, gehörte dem Protestantischen Frauenverein. Auf der Terrasse mit der noch erkennbaren Aufschrift „Gaststätten“, direkt über dem Bus, wurde ein beliebtes Café, das „Stadtcafé“ mit Blick auf das Fackelrondell betrieben. Der Komplex wurde 1999 abgerissen. Die lang gezogenen Fenster lassen Hermann Hussongs Handschrift aus den 20er Jahren erkennen. Etwa bei der Blumenrabatte im Vordergrund des Bildes ist heute der Treppenabgang zum Kaufhaus Karstadt zu finden.

Ein Straßenbahnunfall.

Bild103Jetzt hat es gekracht. Ein Kleinlaster ist mit dem Wagen Nummer 4 der Hauptbahnhoflinie zusammengestoßen. Die Aufnahme wurde Mitte der 20er Jahre gemacht. Der Unfall passierte an der Ecke Luitpoldstraße (heute Rudolf-Breitscheid-Straße)/Pirmasenser Straße. Die Stadtansicht hat sich im Laufe der vergangenen 80 Jahre in diesem Stadtviertel insofern verändert, als die von links einmündende Pirmasenser Straße aufgeweitet wurde und die Straßenbahn seit 1935 aus dem Stadtbild verschwunden ist. Weiß der Teufel, wie die Lauterer Auto fuhren! Eine noch vorhandene Statistik von gut zehn Jahren später, als die Autos schon etwas schneller geworden waren, lässt auf einen rasanten Fahrstil schließen: „Wenn so viele Menschen ums Leben kommen und verletzt werden, kann man ruhig von einer Verkehrskatastrophe sprechen...“: So steht es am 27. Juni 1938 in der Pfälzischen Presse. In der Unfallbilanz von Januar 1937 bis Juni 1938 werden 22 Tote (!) und über 280 Verletzte im Kaiserslauterer Straßenverkehr gezählt.

Dieses Foto des Fackelrondells

Bild104aus einer Postkartenserie muss nach 1910 aufgenommen worden sein. Im Stadtarchiv gibt es eine Aufnahme des Fackelrondells aus dem Jahr 1910, auf der der Straßenkandelaber in der Bildmitte noch nicht aufgestellt war. Der Aufnahme sind eine Menge Lauterer Geschichten zu entlocken: Links ist ein Teil des alten Bezirksamts zu sehen, rechts daneben die Pariser Straße. Von der Treppe des Bezirksamts verkündete der Bezirksamtmann am 2. August 1914 die kaiserliche Mobilmachung. Nach rechts hin vor der Einmündung der Mühlstraße trabt ein Pferdeomnibus über das Rondell. Pferdeomnibusse verkehrten seit 1905 sporadisch noch bis die Straßenbahn am 16. Dezember 1916 den Betrieb aufnahm. Der Turm der Apostelkirche, links im Bild, trägt noch seine Zinnen und den spitzen Turm. In der Bombennacht vom 28. September 1944 wurde die Kirche größtenteils zerstört. Im Februar 1956 war der Wiederaufbau mit einem provisorischen Turm abgeschlossen.

Marktstraße 1910.

Bild105Ein Stückchen Alt Lautern ist auf diesem Foto aus der Zeit um 1910 auch heute noch erhalten: Das Haus mit den Runderkern, links im Bild. Es steht an der Kreuzung Markt-, Schillerstraße, Stiftsplatz. Der Blick geht von der „oberen Marktstraße“ nach Südwesten über die Kreuzung weiter in die Marktstraße hinein. Links außerhalb der Aufnahme ist die Stiftskirche zu suchen. Wie auf dem Foto des Stadtarchivs vermerkt ist, gehörte das Haus rechts damals einer Familie Compter. In einem späteren Neubau an diesem Platz war in den dreißiger und vierziger Jahren dann im zweiten Stock das „CC“, das Café Central. Das war das „Urlauber-Café“ der Soldaten, eine Kontaktstelle, um junge Damen kennen zu lernen. Im Erdgeschoss ließ die vornehme Dame im Hutgeschäft Massong ihre Hüte handfertigen.













Der Adolph-Kolping-Platz:

Bild106Als diese Aufnahme aus dem Stadtarchiv 1935 gemacht wurde, hieß der Platz mit seinem Rondell und den strahlenförmig abgehenden Straßen noch „Preußenplatz“. Er wurde dann in Friedrichsplatz umgetauft und 1949 in Adolph-Kolping-Platz. Der Blick über die östliche Stadt, den der Fotograf von einem erhöhten Standpunkt aus verschafft, zeigt eine Stadtkulisse, die sich mittlerweile in einigen Punkten verändert hat. Rechts den 20 Meter hohen „Maggiturm“ oder „Schirmständer“ auf dem heutigen Verwaltungsgebäude der Bau AG in der Fischerstraße haben die Nazis 1939 beseitigt, weil er angeblich eine Orientierungshilfe für feindliche Flugzeuge hätte sein können. Links im Hintergrund die beiden Sendetürme des damaligen Senders Kaiserslautern gibt es auch nicht mehr. Am Hausbestand rund um den Platz hat sich weniger geändert. Ganz links die Fassade der Neuen Eintracht. Im „Stadtordnenden Erweiterungsplan“ von Eugen Bindewald aus dem Jahr 1887 ist der Preußenplatz als einer der drei wichtigsten, damals vorgesehenen Verkehrsverteiler eingezeichnet. Das Fackelrondell und der St.-Marien-Platz waren als die beiden anderen Verteiler vorgesehen.

Die Siedlung Grübentälchen.

Bild107Sie wurde in den Jahren 1935/36 gebaut. Die Aufnahme aus dem Stadtarchiv dürfte im Sommer 1937 entstanden sein. Der Standort des Fotografen war etwa auf Höhe des heutigen Hertelsbrunnenrings im Gewerbegebiet Nordost. Vor den Häusern verläuft im Mittelpunkt der historischen Aufnahme deutlich sichtbar die Mainzer Straße, die damals als Baumallee angelegt war. Mehr im Hintergrund rechts ist der Turm der 23er-Kaserne als heller Punkt zu erkennen. Eine Besonderheit dieses Siedlungsgebiets war der großzügige Grünflächenanteil, der jedoch im Laufe der 1950er Jahre nach und nach überbaut wurde. Zur Zeit der Kirschblüte lohnt sich aber immer noch ein Spaziergang durch diesen Lauterer Stadtteil. Hinsichtlich des Selbstversorgergedankens - eine Siedlungsidee der 1930er Jahre - waren die Grundstücke so bemessen, dass jederzeit ein Stall für Kleinviehhaltung angebaut werden konnte. Das Grübentälchen trägt einen der ältesten Kaiserslauterer Flurnamen. Er ist 1534 erstmals schriftlich erwähnt als „Griewenthal".

Das Pfaffbad.

Bild108Das Pfaffbad auf der Südseite des heutigen Pfaffplatzes war ein architektonisches Juwel, das von den Bomben des Zweiten Weltkriegs verschont geblieben war. Das Foto aus dem Stadtarchiv zeigt die Nordseite des Gebäudes, von der Pariser Straße her aufgenommen. Am 16. Juni 1975 vollzogen die Bagger einen entsprechenden Beschluss des Stadtrats und rissen das Pfaffbad nieder. Das Bad war ein Geschenk von Georg und Lina Pfaff an die Bürger der Stadt. Es wurde 1924/25 erbaut. Das Pfaffbad hatte ausschließlich Wannenbäder und Brausen. Die Pfaffsche Idee ging vermutlich auf die in den 1920er Jahren aufkommende Gesundheits- und Körperkultur zurück. Das Bad wurde damals auf dem „Wittelsbacherplatz" gebaut, der bereits 1892 seinen Namen erhalten hatte. Im Jahr 1939 wurde er in Georg-Michael-Pfaff-Platz umbenannt. Die heutige Bezeichnung „Pfaffplatz" wurde nie offiziell beschlossen; sie tauchte zum ersten Mal Mitte der 1970er Jahre in einem Wählerverzeichnis auf und wird seit dieser Zeit verwendet.

Das Bahnheim.

Bild109Die ersten Häuser im Stadtteil Bahnheim wurden von der „Bahneigenen Baugenossenschaft" bereits 1919 gebaut. Der weitere Ausbau erstreckte sich dann über etwa zehn Jahre. Das Foto aus dem Stadtarchiv dürfte, wie sich aus der Baudichte schließen lässt, Mitte der 1920er Jahre von der Südseite der Pariser Straße her, etwa vom heutigen Keltenweg aus, gemacht worden sein. Die Pariser Straße verläuft, noch sehr bescheiden, mitten durch das Bild. Das Bahnheim war der Aufbruch der Stadtentwicklung nach Westen, die mit der Eingemeindung des Einsiedlerhofs 1931 beendet war. Auf der Südseite der Pariser Straße wurde 1935 die Siedlung „Am Belzappel" gebaut. Im Westen schloss sich dann, ebenfalls 1935, zum Abschluss noch die so genannte Frontkämpfer-Siedlung an. Diese Siedlungsstellen waren „als Dank des Vaterlandes" an Soldaten des Ersten Weltkriegs gedacht. Der größte Teil der Freiflächen auf der Südseite der Pariser Straße nach Westen von der Vogelweh bis zum Einsiedlerhof wurde ab 1951 von den Amerikanern bebaut.

Die alte Hauptpost

Bild110Wurde in der „Theaterstraße" gebaut. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1890. Sie muss nur wenige Jahre nach der Fertigstellung der Hauptpost gemacht worden sein. Die Theaterstraße, seit 1949 Karl-Marx-Straße, erhielt ihren Namen im Jahr 1862. In dem Hauptpostgebäude war später das Fernmeldeamt untergebracht. Das Haus Ecke Münchstraße/Karl-Marx-Straße ist heute noch in seiner Grundsubstanz erhalten. Es entbehrt aber, insbesondere im oberen Bereich, seiner reichen, kunstvollen Sandsteinornamentik, und der Haupteingang auf der Straßenecke wurde zu einem Fenster umfunktioniert. Das Gebäude wurde bei dem schweren Luftangriff am 14. August 1944 stark beschädigt und nach dem Krieg in reduzierter Form wieder aufgebaut, weil der größte Teil der Fassade trotz der Bombentreffer nicht zerstört worden war. Die schmucken Häuser mit ihren Türmchen und Erkern im Anschluss an die alte Hauptpost und die Häuser, die in der Kurve der heutigen Karl-Marx-Straße standen, sind bei dem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg untergegangen.

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