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Alte Stadtansichten Album 15

Modehaus schon um 1880 eröffnet

Bild146Der Historiker Roland Paul zu Claussen - Jüdischer Familie in schwerer Zeit beigestanden

Das Modehaus Claussen, das wie berichtet zum Jahresende schließt, hatte seine Wurzeln bereits im Jahr 1880. Der jüdische Kaufmann Raphael Vendig gründete das Bekleidungsgeschäft - allerdings an anderer Stelle. Darauf hat der Historiker Roland Paul vom Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde aufmerksam gemacht.

Damals hieß es „Konfektionshaus für Herren und Damen“. Raphael Vendig (1835 bis 1917) stammte aus Sembach und führte das Geschäft mit seiner Frau Barbara bis zur Übernahme durch Sohn David Vendig. Die Geschäftsräume befanden sich ursprünglich in der Steinstraße 46.

David Vendig übernahm das Geschäft um 1900. „Damals war es schon in der Eisenbahnstraße 2, Ecke Marktstraße“, erläutert Roland Paul. David Vendig führte das Geschäft zusammen mit seiner Frau Lina, geborene Marx, die aus Rheingönheim kam. Raphael Vendig starb 1917 in Frankfurt.

Nach David (1865 bis 1930) hätte dessen Sohn Friedrich Vendig das Geschäft übernehmen sollen. „Er ist im Ersten Weltkrieg 1915 in Frankreich gefallen“, erzählt Roland Paul. So übernahm Dr. Ernst Vendig (1899 bis 1955) mit Frau Charlotte den Betrieb.

Der Verlust des Sohnes bewegte David und Lina Vendig zur Gründung der „Kriegsstiftung zu Gunsten bedürftiger Soldaten, Kriegerwitwen und Kriegswaisen“. „Die Stiftung ist der Inflation in den 1920er Jahren zum Opfer gefallen“, sagt Roland Paul.

„Das Haus hat unter dem Boykott 1933 gelitten“, weiß Paul von einer schweren Zeit für das Haus unter den Nationalsozialisten. 1936 verkaufte die Familie Vendig das Geschäft an Bernhard Claussen. Die Vendigs zogen nach Berlin, wo Ernst Vendig eine Kleiderfabrik gründete. „Die hatte aber keine Zukunft“, so Paul.

Zwischen Vendig und Claussen bestand weiterhin ein freundschaftliches Verhältnis. So fuhr Bernhard Claussen nach Berlin, als er von der Verhaftung Ernst Vendigs erfuhr, um der Familie beizustehen. Nach der Entlassung aus dem Konzentrationslager Oranienburg entschloß sich Ernst Vendig, mit seiner Frau und den Söhnen Fritz und Heiner nach Kuba auszuwandern. Im Frühjahr 1939 waren sie auf dem Schiff „St. Louis“. Weder die kubanische noch die US-Regierung erteilte den Passagieren eine Einreisegenehmigung. Das Schiff kehrte nach Europa zurück, die Vendigs kamen nach Belgien, dann nach Frankreich. 1942 konnten sie sich in die Schweiz retten.

Nach dem Krieg siedelte die Familie in die USA über. Fritz heißt heute Fred und lebt in Kalifornien, Heiner heißt Henry und lebt in New Jersey.

Matthias Bier, der mit seinem Bruder Michael das Geschäft leitet, weiß „darüber fast nichts“. Die Brüder sind Enkel von Bernhard Claussen. Ein Kunde habe vor einiger Zeit alte Fotos vorbeigebracht. „Das ist schon etwas Historisches. Interessant zu sehen, wie es früher aussah“, sagt Bier.

Quelle: Rheinpfalz

IM BLICKPUNKT: 150 Jahre Gasanstalt

Am Anfang war das Licht

Als die Stadt noch an 170 Punkten mit Gaslaternen beleuchtet wurde - 58 Gasmotoren im Jahr 1892

Bild145Gasversorgung gibt es in Kaiserslautern seit 150 Jahren. Die Gasanstalt feiert in diesem Jahr ihren runden Geburtstag. Seit 1858 verlief die Entwicklung dem technischen Fortschritt und den Bedürfnissen entsprechend vom Leuchtgas über das Stadtgas zum Erdgas.

Heute versorgt das Unternehmen 27.000 Hausanschlüsse. Mit einer jährlichen Kapazität von rund zwei Milliarden Kilowattstunden werden Haushalte, Industrie, Gewerbe und Kraftwerke über rund 1000 Kilometer Hoch-, Mittel- und Niederdruck Leitungen in der Stadt Kaiserslautern und 19 weiteren Gemeinden mit Erdgas versorgt. Die Gasanstalt Kaiserslautern ist heute der größte Gasversorger in der Pfalz und der drittgrößte in Rheinland-Pfalz.

Gasanstalt-Vorstand Martin Kannengieser sagt: „Wir haben vor, das Unternehmen Gasanstalt vom reinen Erdgaslieferanten zum Dienstleister für alle Erdgas Anwendungen und für regenerative Energien umzuwandeln.“ Im künftigen Wettbewerb, der auch auf dem Gasmarkt existiere, wolle sich das Unternehmen als dauerhaft verläßlicher, sicherer und zuverlässiger Energie Lieferant im Interesse der Kunden positionieren.

Am Anfang war das Gaslicht, dann kamen die Gasmotoren der Industrie, dann die -kochherde, die -heizungen und schließlich wieder die modernen Gasmotoren für die Autos. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts nutzte die Kaiserslauterer Industrie Gas zunächst zur Beleuchtung ihrer Anlagen. Die Hauptbetreiberin und beste Kundin war die Kammgarnspinnerei. Das Bayerische Centralgefängnis stand ebenfalls auf der Liste der besten Kunden.

Bis zum komfortablen Ausbau der Straßenbeleuchtung mit Gaslaternen dauerte es nicht lange. Der damals sehr aktive Kaiserslauterer Gewerbeverein, der unter anderem regelmäßig Ausstellungen organisierte, berief eine Kommission ein, die den Bau und den Betrieb einer Gasbeleuchtungsanstalt organisieren sollte. Diese Kommission, mit Ratsmitgliedern erweitert, bildete 1858 das Gründungskomitee. Am 5. Mai 1858 wurde das Grundkapital in Höhe von 90.000 Gulden gezeichnet. Am 16. Dezember 1859 wurde mit der Stadt ein Konzessions- und Straßenbeleuchtungsvertrag abgeschlossen, um die Straßen an 170 ausgesuchten Punkten mit Gaslaternen zu beleuchten.

Gut 100 Jahre lang verbreiteten die Laternen ihr behagliches bläulich-grünliches Licht in den Straßen der Stadt. Sie waren auf kunstvoll gegossenen Ständern an Straßenecken oder an reich verzierten Stützen an Hausfassaden angebracht. Im April 1962 gab es in Kaiserslautern noch 141 Gaslaternen. Ein Jahr zuvor waren es noch 1000. Bis 31. Dezember 1962 waren sie alle abgebaut. Am 16. April 1962 erschien in der Pfälzischen Volkszeitung ein Beitrag, der sich mit der „Gaslaternen-Romantik“ beschäftigte: „Wer abends in der Dämmerstunde durch die Königstraße geht, kann das Glück haben, der guten alten Zeit zu begegnen. Ein letzter Hauch der Atmosphäre Alt-Kaiserslauterns verzaubert für wenige Augenblicke die hastenden Menschen (...). Alle hat der, „Laternenmann“ gefesselt mit seinem blassen Licht, das er aus der Laterne zaubert (...). Jedes Mal, wenn er mit seinem Stock an einem Gasstrumpf zieht, springt das Licht hoch. Man hat den Eindruck, als mache es ihm Freude, die Dunkelheit zu überrumpeln (...)“

Die technische Entwicklung ist eben nicht aufzuhalten. Gas wurde zur Energiequelle, zum Betrieb von Motoren eingesetzt. Die Anforderungen an die Gasanstalt wuchsen stetig. Gasmotoren kamen in den Kaiserslauterer Industrie- und Gewerbebetrieben ab etwa 1860 zum Einsatz. Im Jahr 1892 wurden in Kaiserslautern 58 Gasmotoren betrieben. Sie kamen zusammen allerdings nur auf 122 PS. Beispielsweise Möbelfabriken, Schlossereien, Blechwarenfabriken und Schmiedebetriebe gaben sich mit Motoren zwischen einem und vier PS zufrieden. Der Gasverbrauch soll pro PS jährlich 147 Mark gekostet haben. Nachdem die Eisenwerke Kaiserslautern begonnen hatten, Gasheizöfen und -kochherde zu produzieren, waren schon bald die ersten privaten Hausanschlüsse gefragt.

Das erste Gaswerk war in der Straße Am Stadtweiher, der heutigen Bismarckstraße, an dem Platz, wo sich jetzt das Verwaltungsgebäude der Gasanstalt befindet. Das Gaswerk an der Hohenecker Straße wurde 1888 gebaut. Während des Zweiten Weltkriegs war es wiederholt Ziel von Luftangriffen. Bei den Bombardements am 25. und am 28. Dezember 1944 wurden die Anlagen völlig zerstört. Die Produktionsstätte wurde nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut.

Die Gasanstalt bezog dann ab Juni 1945 nur Ferngas aus dem Saargebiet. Die eigene Produktion wurde aber schon seit 1937 mit Ferngasbezug ebenfalls aus dem Gebiet des heutigen Saarlandes ergänzt. Als erstes Unternehmen in der Pfalz bezog die Gasanstalt Kaiserslautern 1970 Erdgas. Die Umrüstung, die dem Unternehmen einen starken Schub gab, war im April 1971 abgeschlossen.

Quelle: Rheinpfalz

Die Kreuzung Burg- und Maxstraße:

Bild144Sie hat heute kaum noch etwas gemein mit diesem Foto aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Die Aufnahme könnte 1912 gemacht worden sein. Damals wurden in diesem Teil der Burgstraße die Bürgersteige gepflastert. Bildbeherrschend rechts ist die „Töchterschule", die in „Höhere weibliche Bildungsanstalt" umbenannt wurde, das heutige Burggymnasium. Der Bau ist um die Jahrhundertwende errichtet worden. Obwohl Kaiserslautern damals - nicht nur politisch - tief mit Bayern verbunden war, schien der Baumeister der „Töchterschule" kurpfälzisch beeinflusst gewesen zu sein. Der Bau weist, hauptsächlich im Dachbereich, Stilelemente des Heidelberger Schlosses auf. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. Bei dem Neubau wurden Teile der alten Fassade nachempfunden und integriert. Der Blick geht in die Burgstraße Richtung Kammgarnspinnerei. Die komfortable Häuserkulisse auf der linken Seite lässt einmal mehr erkennen, dass Kaiserslautern eine wunderschöne Stadt war. Die meisten der villenähnlichen Häuser auf dieser Seite wurden ebenfalls Opfer des Bombenkriegs. Der Rest der Pracht wurde in der Wiederaufbauphase beseitigt. Im Erdgeschoss des Eckhauses auf der linken Seite war einer der beliebten Billard-Salons. Billard, Schach und Kegeln waren damals bevorzugte Freizeitbeschäftigungen. Die Burgstraße, die an die Barbarossa-Burg erinnert, erhielt ihren Namen 1879. Damals wurde die alte Schlossmühle abgerissen und ein „Durchbruch" zur Kammgarn geschaffen. Die Maxstraße geht auf das bayerische Konto. Sie wurde ebenfalls 1879 nach dem bayerischen König Maximilian benannt. Davor hieß sie Maximilianstraße.

Der Bremerhof:

Bild145aDer „bremenreyn“ ist ein Flurname, der bereits 1215 urkundlich erwähnt ist. Daraus entstand der Hofname „Bremerhof“. Um den Namen zu ergründen, muß man etwas tiefer graben. Mit der Stadt Bremen, wie man immer wieder einmal hört, hat der Name nichts zu tun. Mit den von Barbarossa angesiedelten Prämonstratensern steht er ursprünglich auch nicht in Verbindung. Der Name geht auf den Ginster zurück, der im Mittelhochdeutschen „breme“ hieß. Vielleicht war das Umfeld des Bremerhofs vor Jahrhunderten stark mit Ginster bewachsen, so daß sich der alte Flurname selbst erklärt. Als die Prämonstratenser-Mönche auf dem fruchtbaren Lößboden einen Wirtschaftshof anlegten, wurde, wegen des ähnlichen Klangs des Namens, seine Entstehung fälschlicherweise ihnen zugeschrieben. Die Aufnahme aus den Beständen des Theodor-Zink-Museums entstand 1905. In seiner Grundsubstanz ist das große Haus des „alten Bremerhofs“ mit der Gaststätte noch erhalten. Um 1900 bis in die 1930er Jahre schmückten sich fast alle Ausflugsorte rund um Kaiserslautern mit dem Zusatz „Luftkurort“, vom Bremerhof über den Blechhammer bis Johanniskreuz. Das war keine touristische Masche. Der Grund ist in der damals weit verbreiteten Lungentuberkulose zu suchen, wo sich die Kranken in der „frischen Waldluft“ erholen sollten. 1936 gab es in Kaiserslautern noch 914 Neuerkrankungen. Auf vielen alten Postkarten des Bremerhofs ist „Kurhaus“ aufgedruckt. Die Eleganz der Damen auf dem Foto scheint die Kurhausatmosphäre zu bestätigen.

Das Hotel „Karlsberg“:

Stadtansichten146bEr hieß J. E. Thomas, er wollte mithelfen, die Stadt Kaiserslautern aufzuwerten, und er errichtete auf der Südseite des Stiftsplatzes einen großzügigen Hotelkomplex aus kunstvoll behauenen Sandsteinen, das Hotel „Karlsberg“. Im Jahr 1874 wurde das Haus eröffnet, und schon 1890 hatte die Stadt den Komplex am Hals. Der Stiftsplatz davor erhielt 1879 seinen Namen. Damit hatte das Hotel auch eine schöne Adresse. Und als der Platz 1909 mit Albersweilerer Granit gepflastert wurde, gab es schon lange kein Hotel Karlsberg mehr. Das „Karlsberg-Hotel“ ging als Flop in die Stadtgeschichte ein. Es war mit 80 Zimmern eine Nummer zu groß geraten. Thomas hatte sich finanziell übernommen, und die Stadt kaufte das Haus. 1923 vermietete die Stadt einen Teil der unteren Räume für das „Kaffee Karlsberg“, das auch nur ein paar Jahre betrieben wurde. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg waren im „Karlsberg“ städtische Dienststellen und später die Stadtkasse und die Stadtbibliothek untergebracht. Eine teilweise Renovierung führte die Stadt 1954 durch. Dann kam der Gedanke auf, an dieser Stelle ein neues Rathaus zu bauen, der aber schon bald wieder verworfen wurde. Der Lauterer Triathlon „Pannen, Pech und Pannen“ wurde damals schon am Stiftsplatz erfolgreich absolviert. Das zum Abriss reife Gebäude wurde 1959 für drei Millionen Mark an den damaligen Wertheim-Konzern verkauft. Im Sommer 1960 war die Baugrube für das Kaufhaus Wertheim ausgehoben, und im September 1961 war Eröffnung. Der Komplex „Stiftsplatz 5“, entstanden aus einer Mutation des Kaufhauses, war die nächste Nummer. Das Foto stammt aus dem soeben erschienenen Bildband „Die Pfalz - wie sie früher war“, der von Manfred Schreiner im Pro-Message-Verlag, Ludwigshafen, herausgegeben wurde.

Das Universum Kino,

Bild147das „Fritz-Walter-Kino“, am Standort des ursprünglichen Stadttheaters in der Karl-Marx-Straße / Ecke Gasstraße, begeisterte das Publikum ab 20. August 1956. Das Kino war kolossal. Das Universum war Kult. Das war die Zeit, in der sich die jungen Herren zum Kinobesuch am Wochenende eine Krawatte umbanden und die jungen Damen fünf Tropfen Soir de Paris hinterm linken Ohr auflegten. Für das Wochenende waren die Plätze vorbestellt und wenn man sich etwas verspätet hatte, wurde man von der Platzanweiserin mit einem Taschenlämpchen zu seiner Sesselreihe geführt. Das Programmheftchen kostete zehn Pfennig. Das Universum-Filmtheater hatte 933 Sessel und mit 14,65 auf 6,5 Meter die größte Kinoleinwand in der Pfalz. Zur Premiere kamen unter anderem Catarina Valente und Sepp Herberger nach Kaiserslautern. Als das Kino im Juni 1993 schloss, prangerten die Grünen im Stadtrat den „Kulturabbau“ in Kaiserslautern an. Diese Einschätzung war damals nicht ganz up to date. Die Geschichte der Filmtheater in Kaiserslautern hatte ihren Höhepunkt Ende der fünfziger, Anfang der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts bereits überschritten. Die Gründe waren einfach auszumachen: Fernsehen, fortschreitende Motorisierung und die damit zusammenhängenden Parkplatzprobleme rund um die Kinos. Kino in Kaiserslautern wurde eine zittrige Angelegenheit, wie die Flimmerbilder des Kinematographen vor dem Ersten Weltkrieg. Gegen Mitte der 1990er Jahre wurde ein neuer Versuch gestartet, die Kinokultur in Kaiserslautern zu beleben. Aber auch die Idee des „Multiplex-Kinos“ mit 2000 Sitzplätzen auf dem Gelände der ehemaligen Bayerischen Brauerei scheiterte. Flops waren auch die Vorhaben, auf dem Schillerplatz ein Open-Air-Kino einzurichten oder auf dem Kammgarngelände für acht Millionen Mark ein Kinocenter zu bauen.

Das Fackelrondell.

Bild148Es gibt kaum ein Stadtviertel in Kaiserslautern, das sein Aussehen so oft geändert hat und das so oft fotografiert wurde wie der Bereich um das Fackelrondell. Diese Aufnahme stammt aus den 1920er Jahren, den Jahren der französischen Besatzung. Christian Strohmeyer, der Architekt Johann Casimirs, soll westlich des Schlosses schon 1576 bis 1583 Rondelle angelegt haben, die vielleicht Park- oder Gartencharakter gehabt haben. Sie sind irgendwann untergegangen. Die Generation der Stadtentwickler um 1820 scheint wieder darauf aufmerksam geworden zu sein. Damals wurde ein offensichtlich bescheidenes Rondell angelegt. Im Stadtplan von 1833 ist der Platz als „Fackel-Thor“ bezeichnet, und er ist gut als „innerstädtischer Verteiler“ zu erkennen. Die wichtigsten Einmündungen waren damals die Kaiser Straße (Pariser Straße), die Fackel Gasse und die Mühl Gasse. Ein Blick auf die gerade noch lesbaren Straßenschilder, die aus einfachen Holzbohlen gezimmert waren, lässt erkennen, wie man über die Kaiser Straße - ganz links im Bild - nach Landstuhl, Homburg und Metz kam und wie man durch die Mühlstraße nach Lauterecken und Otterbach gelangte. Die Mühlstraße beginnt rechts des Hauses „Hexenbäcker“, dessen Aufschrift über dem dritten Stockwerk zu lesen ist. Bei dem Kiosk ganz rechts mündet die Maxstraße ein. Die Aufnahme zeigt etwa den nordwestlichen Teil des Fackelrondells. Der kreisrunde Mittelpunkt mit der entsprechenden Straßenführung und dem Fackelwoog-Brunnen wurde 1939 angelegt. Mit dem Bau des Kaufhauses Karstadt im Jahr 1976 ist das Fackelrondell völlig verschwunden und zwar genau 400 Jahre nach den Strohmeyer-Rondellen von 1576.

Die ehemalige Jugendherberge.

Bild149Baubeginn der früheren Jugendherberge Kaiserslautern war vor 80 Jahren, am 25. September 1928, Auf der Pirsch 1. Die Einweihung war im Oktober 1929. Bauherr war der Gau Bayern des Landesverbands Bayern für Jugendherbergen. Entwurf und Gestaltung stammen von Stadtbaumeister Hermann Hussong. Das in seiner Grundsubstanz heute noch erhaltene Gebäude wurde 1961 verkauft und als Wohnhaus umgebaut. Die Jugendherberge Kaiserslautern war neben ihrem eigentlichen Zweck noch bis Anfang der 1930er Jahre ein kleines Kulturzentrum, in dem Ausstellungen gezeigt wurden. So wurde beispielsweise in dem Mitteilungsblatt der Pfälzischen Landesgewerbeanstalt Kaiserslautern (heutige Pfalzgalerie), Ausgabe vom April 1932, eine von dem Folkwang-Museum in Essen zusammengestellte Ausstellung angekündigt, die sich mit der modernen Bauweise der Jugendherbergen beschäftigte. Der damalige Direktor der Landesgewerbeanstalt, Dr. Edmund Hausen, erläuterte die Ausstellung mit einem Beitrag über die Vorteile der modernen Architektur mit ihren klaren Formen. Das Gebäude wurde im Jahr 1928 sozusagen mitten in den Pfälzerwald gebaut. Der Zugang führte über einen breiten Sandweg vom Waldschlößchen her. Der Straßenname Auf der Pirsch wurde erst 1930 vergeben, als allmählich die Bebauung des Lämmchesbergs begann.

Die Fackelstraße.

Bild150Das ist eine der selten aufgenommenen Perspektiven der Fackelstraße. Der Blick geht nach Osten zum Kaufhaus Kämper, auf der Ecke Riesenstraße/Kerststraße. Dort stand bis 1912 das Gasthaus „Riesen“. Etwas links neben der Uhr ist das vierstöckige Kaufhaus im Hintergrund zu erkennen. Der Fotograf stand nahe der Abzweigung nach links, die zwischen dem Haus Löwenstein und dem Textilgeschäft Herren- & Knabenbekleidung Gebr. Manes, etwa in der Bildmitte, zum Altenhof führt. Die Aufnahme des Verlags Emil Hartmann aus den Beständen des Theodor-Zink-Museums ist gegen Ende er 1920er Jahre, spätestens aber 1931 gemacht worden. Der Spanndraht der Straßenbahn ist noch vorhanden. Die Linie durch die Fackelstraße wurde nur bis 1931 betrieben. Die letzen Reste der Schienen wurden im März 1973 entfernt. Damals begann die Stadt gegen heftigen Protest der Anlieger mit dem ersten Abschnitt der Fußgängerzone. Die heutige Fackelstraße ist 1565 als „Uff dem Graben“ erwähnt. Nachweislich hieß sie 1584 „Vackengasse“. Das war ein Weg, über den die Schweine täglich zur Stadt hinausgetrieben wurden. Ein junges Schwein war eine „Vacke“. Über das „Ferkel“ lässt sich dann leicht zum heutigen Namen finden, der absolut nichts mit einer Fackel zu tun hat. Die alte Fackelstraße, die mit der Marktstraße das Geschäftszentrum der Innenstadt bildete, ist bei mehreren Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg untergegangen.

Die Landwirtschaftshalle,

Bild151auf der Südseite des Messeplatzes wurde im November 1954 eröffnet. Im Laufe der vergangenen 50 Jahre sind die Halle und die angegliederten Gaststättenräume mehr und mehr heruntergekommen. Der Gebäudekomplex gehört seit 1989 der Stadt, die nach eigenen Angaben nach Vermarktungsmöglichkeiten sucht. Das Foto aus dem Bestand des Theodor-Zink-Museums entstand Mitte der 1950er Jahre. Das war die Zeit des geordneten Umfelds, der gepflegten Speisekarte und der zahlreicher Veranstaltungen - wie Zuchtviehversteigerungen, Damen-Schlammringkämpfen, Boxveranstaltungen, Flohmärkten und Großmärkten. Die Landwirtschaftskammer der Pfalz wollte 1951/52 eine Auktionshalle für die Versteigerung von Zuchtvieh bauen. Dieses wurde damals auf dem Schlachthof versteigert. Wegen der Seuchengefahr war eine räumliche Trennung erforderlich. Es gab Diskussionen darüber, wie der Komplex über die Zuchtviehversteigerung hinaus genutzt werden sollte. Am Ende waren sich alle einig, dass es eine Mehrzweckhalle sein sollte. Als im November 1954 die Landwirtschaftshalle eröffnet wurde, hatten die Züchter der Westpfalz 80 Bullen aufgetrieben, 25 Eber und zwölf Zuchtsauen. Den besten Preis erzielte der Bulle Adonis aus Oberndorf. Und schon in den nächsten Tagen konnten die Lauterer aus der RHEINPFALZ erfahren, wie viele Hühnerrassen es gibt: Versteigert wurden Lachshühner, Gelbe Cochin, Schwarze Orpington, schwarz-weiße Reichshühner, weizenfarbige Malaien, Holländer Weißhauben. Und erst die vielen Zwerghuhnrassen: Langschan, Minorka, Hamburger Silberlack sowie die englischen Zwergkämpfer. Indische Laufenten kamen unter den Hammer, Puten und Tauben. Der Bulle Adonis riss übrigens aus und musste in der Bismarckstraße wieder eingefangen werden. Übrigens: Von Polizeieinsätzen wegen Ausreißern dieses Kalibers konnte man nach Versteigerungen häufiger in der Zeitung lesen.

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