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Alte Stadtansichten Album 18

Die Schloßkaserne

Bild172Kein Bagger, keine zentnerschwere Abrißkugel, die am Kran schwingt und Mauern einreißt, nur Spitzhacken, Wasserschlauch, eine dürftige Pfostenabsperrung zur Straße hin und eine „Stallaterne“ am Pfosten ganz links. Das rote Flackerlämpchen hat nachts die Gefahrenstelle markiert. So wurde 1966/67 die Schloßkaserne auf der Ostseite des neu entstehenden Rathauses abgerissen. Das Foto stammt aus den Beständen des Stadtarchivs. Das frei gewordene Areal gehört heute zum Willy-Brandt-Platz. Im Jahr 1818 war in den Zeitungen zu lesen, daß sich der Bayerischen Regierung „die Notwendigkeit aufgedrängt habe, zur Unterbringung der schweren Verbrecher“ in Kaiserslautern „ein größeres Gefängnis“, ein „Centralgefängnis“, zu bauen. Der alte Burghügel schien geeignet zu sein, und darum ließ man, „daß die Kaiserburg nicht vergessen werde“, eine Tafel anbringen: „Hier stand die Kaiserburg, 1152 von Kaiser Friedrich I. Barbarossa erbaut, erneuert und erweitert durch Pfalzgraf Johann Casimir 1577... An ihrer Stelle ward erbaut das Centralgefängnis der Pfalz 1821 bis 1825.“ „Durch allerhöchsten Erlaß vom 11. Februar 1909 wird die königliche Strafanstalt Kaiserslautern nach 84-jährigem Bestand mit dem 30. Juni 1909 aufgelöst“, war am 14. März 1909 in den Kaiserslauterer Zeitungen zu lesen. Der etwa auf Höhe des Rathauses stehende Hauptbau wurde bereits 1936 abgerissen. Das Männergefängnis, wegen seiner runden Bauweise „Halbmond“ genannt, ließ die Stadt am 30. Januar 1939 sprengen. Ein Teil der Gefängnisgebäude diente im Ersten Weltkrieg ab 1915 als Kaserne; daher kam die Bezeichnung „Schloßkaserne“. Es gibt Berichte aus der Zeit zwischen 1870 und 1900, in denen vom „Triumph der Humanität“ die Rede ist. Die „milde Behandlung“ in Kaiserslautern soll Entlassene zu neuen Vergehen veranlaßt haben, damit sie hier wieder Obdach und gute Pflege finden. Das Rathaus ist im Bild ganz links zu sehen.

Die Epplergasse

Bild173gehört zu den wenigen Sträßchen, denen man in Kaiserslautern die Bezeichnung „Gasse“ gelassen hat. Das Foto dieser „alten“ Epplergasse wurde vom Referat Stadtentwicklung anläßlich einer Bestandsaufnahme 1972 vor der Sanierung gemacht. Das Gäßchen nahm früher einen ganz anderen Verlauf als die heutige „neue“ Epplergasse. Es war eine Verbindung zwischen der Steinstraße und der Matzenstraße, und es verlief etwa auf der Südseite des Stockhausplatzes, dort wo die Bau AG 1981 eine Wohnanlage errichtet hat. Das Foto ist von der Matzenstraße aus in Richtung Steinstraße aufgenommen. Trotz behutsamen Vorgehens bei der Sanierung der Altstadt mußten in diesem Bereich Flächen saniert werden. Die neue Epplergasse verläuft jetzt parallel zur Matzenstraße. Sie erbte den Namen 1979. Die alte Epplergasse erhielt 1859 ihren Namen nach dem Kaufmann und Stadtrat Jakob Eppler. Der ältere Baubestand und die Straßenpflasterung auf dem Foto stammen aus dem 19. Jahrhundert. Der Stadtrat hatte bereits 1961 im Vertrauen auf das Bundesbaugesetz für Teile des späteren Sanierungsgebiets eine Veränderungssperre beschlossen. Der Flächennutzungsplan wies das Areal 1963 als Sanierungsgebiet aus. Obwohl mancher Hausbesitzer damals finanziell in der Lage gewesen wäre, private Sanierungsmaßnahmen und Modernisierungen durchzuführen, durfte er es nicht mehr. Die Gebäude verfielen mehr und mehr. Die Sanierung von Seiten der Stadt begann dann erst rund zehn Jahre später. Der Zustand der Häuser in dem gesamten Sanierungsgebiet muß aber schon Ende der 1920er Jahre miserabel gewesen sein. In einem Begehungsbericht von Hermann Hussong aus dem Jahr 1929 ist zu lesen, daß in einer Seitenstraße der Steinstraße ein Kind durch eine morsche Holztreppe gestürzt ist, die Rede ist von „regennassen“ Stuben, von beschädigten Dächern und offenen Abortgruben.
 

Von der Lohgasse

Bild174gibt es mehrere Fotos aus verschiedenen Perspektiven. Sie wurden von dem heutigen Referat für Stadtentwicklung Anfang der 1970er Jahre kurz vor der Sanierung dieses Stadtareals zur Dokumentation gemacht. Sonst gab es kaum einen Anlaß, dieses Gäßchen zu fotografieren. Das Bild zeigt ein Stück ärmliches Kaiserslautern im Bereich nördlich der Fruchthalle. Die Aufnahme ist von der Lohgasse aus in Richtung Rittersberg gemacht. Teile des Gäßchens blieben noch bis zum Theaterneubau Anfang der 1990er Jahre erhalten. Die Lohgasse erhielt 1892 ihren Namen, der an die damals noch offene Lauter und an die angrenzenden Gerberhäuser erinnert. Die Lohgasse verlief in einem Bogen, genau der Lauter folgend, hinter der Fruchthalle in Richtung heutiger Martin-Luther-Straße/Spittelstraße. Der Gerberwoog befand sich dort, wo heute die Fruchthalle steht. Am 10. Oktober 1924 wurde der Architekt Karl Sprenger aus Kaiserslautern von dem damals arbeitslosen Emil Engelhardt im Lohgässchen ermordet. Nach einem Prozeß wurde der Mörder am 25. April 1925 im damaligen Landgerichtsgefängnis I an der Morlauterer Straße mit einer Guillotine hingerichtet.

„Kurhaus am Gelterswoog“,

Bild175herrliche Fremdenzimmer direkt am See, Bade- und Rudergelegenheit, große Liegewiese, schöne Terrasse, eigene Garage. Mäßige Preise!“ Das war ein Werbetext des Hotels und Restaurants auf der Südseite des Gelterswoogs in den 1930er Jahren. Der Inhaber war damals Jakob Schmitt. Und einen Telefonanschluß gab es auch: Schopp, Rufnummer 26. Das Foto wurde um 1936 aufgenommen. Die bei Kaiserslautern liegenden „Kurhäuser“, wie beispielsweise das Kurhaus Bremerhof, das Kurhaus am Blechhammerweiher oder das Kurhaus Johanniskreuz wurden überwiegend von betuchten Lauterer Geschäftsleuten besucht, wie sich Zeitzeugen erinnern. Der Begriff „Naherholungsgebiet“ war damals noch nicht geläufig, aber es war durchaus üblich und schick über ein Wochenende oder für ein paar Tage in eines der Kurhäuser zu fahren, insbesondere zur „Sommerfrische“. Die Herrschaften reisten manchmal schon mit eigenem Auto an. Daher war das Garagenangebot der Kurhäuser immer dabei. Die Südseite des Gelterswoogs mit dem Kurhaus war vornehm, individuell und ruhig. Auf der Nordseite war das Familienstrandbad, das auch schon seit Mitte der 1920er Jahre komfortabel mit Einzelkabinen und Strandkorbverleih ausgestattet war. Eine bauliche Besonderheit auf der Nordseite war der von Stadtbaumeister Hermann Hussong errichtete Pavillon mit Restaurant und Freisitz. Die Gesamtgestaltung des Familienbads hat Hussong in den Jahren 1927 bis 1929 arrangiert. Das Strandbad auf der Nordseite ist, wie der Hotel- und Restaurantbetrieb auf der Südseite, heute noch ein beliebtes Ausflugs- und Erholungsziel. Seit der Eingemeindung des ehemals selbständigen Dorfs Hohenecken, 1969, schmückt sich die Stadt Kaiserslautern mit dem Hohenecker Weiher, dem Gelterswoog. Das gesamte Areal um den Weiher ist heute in unterschiedliche Bereiche im Hinblick auf den Naturschutz aufgeteilt. Das Foto stammt aus dem Archiv des Theodor-Zink-Museums.

Als „Alte Friedhofskapelle“

Bild176wird dieses Gebäude in den Akten des Referats Stadtentwicklung geführt. Der Bau in der Friedenstraße kurz vor der Brücke der Nordbahn ist in seiner Grundsubstanz heute noch erhalten. Ein grundlegender Umbau der Innenräume wurde 1937 durchgeführt. Die Alte Friedhofskapelle gehört der Stadt und ist derzeit an die evangelische freikirchliche Gemeinde vermietet. Umgangssprachlich hieß der Bau, im Wechsel seiner Nutzung, Friedenskapelle oder Kriegerehrenhalle (1870/71) oder Ehrenhalle (1937). Es handelt sich um das von 1832 bis 1835 erbaute Leichenhaus des alten Friedhofs. Das war nachweislich eines der ersten bayerischen Leichenhäuser. Bayern hat Lautern also nicht nur das „Zentralgefängnis der Pfalz für schwere Verbrecher“ von 1821 bis 1825 hinplatziert, sondern auch ein Leichenhaus. Das geschah offensichtlich auf Drängen des Bezirksstädtchens Kaiserslautern im Bayerischen Rheinkreis. In Bayern - auch in der Pfalz - war es Brauch, Verstorbene bis zur Beerdigung im Sterbehaus zu behalten. In Lautern schien man fortschrittlicher zu disponieren und bestand auf ein Leichenhaus beim Friedhof. August von Voit, der Erbauer der Fruchthalle, hat zusammen mit Architekten-Kollegen den Bau errichtet. Der Denkmalschutz bezeichnet den Baukörper als „monumentalen eingeschossigen Sandsteinquaderbau in klassizistischen Formen mit beidseitigem Säulenportikus“. Das heißt, die Fassaden der Straßen- und der ehemaligen Friedhofsseite sind baulich gleich. Von der Friedenstraße aus gesehen lag der Friedhof hinter der Halle. Der ursprüngliche „Alte Friedhof“ war im Bereich der heutigen Straße Am Gottesacker von 1565 bis 1834. Ab 1835 belegte die Stadt im Bereich der heutigen Friedenstraße einen neuen Friedhof mit der neuen Leichenhalle. Dessen ehemaliges Areal wird jetzt „alter Friedhof“ genannt, weil sich die Stadt 1873 endgültig entschloß, an der Mannheimer Straße einen neuen, den heutigen Hauptfriedhof, anzulegen. Zu dem alten Friedhof von 1835 wurde damals eine Straße gebaut, die Friedhofstraße. Seit 1879 heißt sie im Hinblick auf den Friedensschluß mit Frankreich (1871) Friedenstraße. Ein Teil davon hieß zunächst Friedensallee. Und in diesem Stadtteil gab es auch einen Friedensplatz (um 1874), der in der Wohnbebauung allerdings untergegangen ist. Der im Jahr 1951 benannte Kapellenweg soll an die Friedhofskapelle erinnern. Das Foto, das aus dem Theodor-Zink-Museum stammt, dürfte um das Jahr 1912 gemacht worden sein.

Die Albrechtstraße

Bild177wurde 1879 nach König Albrecht I. benannt, der Kaiserslautern im Jahr 1303 den südlichen Stadtwald geschenkt hat. Die Aufnahme aus den Beständen des Theodor-Zink-Museums wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gemacht. Die linke Seite des Fotos wird von der Luitpoldschule beherrscht. Nach langen Diskussionen entschloß sich der Stadtrat, die Schule auf dem Gelände des alten Friedhofs zu bauen. Sie sollte Luitpoldschule nach dem bayerischen Prinzregenten heißen. Das war der, von dem es Postkarten gab, auf denen er sich mit Flinte und erlegter Wildsau als „Der Prinzregent auf der Saujagd im Spessart“ ablichten ließ. Das Schulhaus wurde am 19. September 1889 eingeweiht. Ob bei der Einweihung Karten mit dem Prinzregenten und der Wildsau an die Kinder verteilt wurden, ist nicht mehr herauszufinden. Das Erscheinungsbild des Schulgebäudes ist fast unverändert erhalten. Nur das Uhrentürmchen ist nicht mehr so filigran. Der alte Friedhof wurde von 1565 bis 1835 belegt. Die heutige Straße Am Gottesacker, die auf dem Foto rechts unten zwischen dem am Straßenrand stehenden Karren und dem Gartenzaun einmündet, erinnert an den Friedhof. Die rechte Häuserreihe ist heute liebevoll restauriert. Die auf dem schmiedeeisernen Schild markierte „Restauration zur Luitpoldhalle“ gibt es allerdings nicht mehr.

MohlerDirekt unter dem Schild ist eine kleine weiße Hausfassade mit drei Fenstern zu erkennen. Das ist ein Teil des heute noch erhaltenen Elternhauses des Kaiserslauterer Komponisten und Dirigenten Philipp Mohler. Er verstarb 1982 in Frankfurt am Main. Mohler war Schüler von Carl Orff. Er hat das letzte Werk von Pergolesi, das Stabat Mater, neu gefaßt. Mohler schuf Klavierkonzerte, Orchesterwerke, Chorwerke und sinfonische Werke. Er war Direktor der Musikhochschulen Stuttgart und Frankfurt. Für seine Verdienste erhielt er die silberne Stadtplakette Kaiserslauterns. Diese Plakette wurde ihm bei einem Einbruch gestohlen. Mohler bat die Stadt, ihm eine neue Plakette zur Erinnerung zu überlassen. Der Wunsch wurde von Oberbürgermeister Theo Vondano nicht erfüllt.

Das untere Foto wurde von dem jetzigen Hausbesitzer zur Verfügung gestellt, Das Bild wurde etwa 1910 gemacht. Der kleine Bub am Arm des Vaters ist der spätere Musiker.
Die ungarische Familie, die das Haus jetzt besitzt, bemüht sich das Haus so weit möglich ist, zu restaurieren um die ganze vorhanden Altsubstanz zu erhalten. Viel Arbeit, die ihnen aber eigentlich Spaß macht!
 

Der 1925, gebaute Ausstellungspark

Bild179an der Entersweilerstraße ist auf dieser nicht allzu guten Luftaufnahme aus dem Jahr 1928 in seiner ganzen Ausdehnung zu überblicken. Von unten nach oben betrachtet, fällt der Halbkreis auf. Das war ein Omnibuswendeplatz. Die offizielle Bezeichnung dieses Areals war „Städtischer Spielplatz“. Dieser Spielplatz war noch bis in die 1950er Jahre ein beliebtes, aber staubiges Bolzplätzchen, auf dem manches „Fußball-Eckenspiel“ ausgetragen wurde. Etwas weiter oben läuft die Baumallee der Entersweilerstraße durch das Bild. Dort war der Haupteingang zum Ausstellungsgelände. Die dunkle Fläche in der Bildmitte war ein großer, künstlich angelegter Teich. Die beiden Reiterstatuen, Fritz Korters Rossebändiger, sind am oberen Rand rechts und links des Weihers als kleine weiße Flecke auszumachen. Auf beiden Seiten der großen, 90 Meter langen Ausstellungshalle mit ihren 17 Hochfenstern, Vorhalle und drei Eingängen waren rechtwinklig etwa 45 Meter lange Hallen angeordnet. Auf der linken Seite der großen Halle erkennt man das kleine Schmuckhöfchen, in dem die grotesken Fantasiefiguren des Kaiserslauterer Bildhauers Sepp Mages standen. Die Figuren wurden von den Nazis abgeräumt und zerschlagen. Die Rotunde des Restaurants und die Gasträume schließen sich an. Der Freisitz vor der Gaststätte war mit weißen Kieselsteinchen beschichtet. Die dunkle Fläche davor ist der noch zum Teil erhaltene Schwanenweiher. Dort ist fast am Ufer der Tanzpavillon zu sehen, von dem heute noch sechs Säulen erhalten sind. Auf der rechten Seite des gesamten Baukomplexes waren Blumenbeete in symmetrischen Mustern angelegt. Am oberen Rand, nördlich der Ausstellungsanlage, hatte die Stadt einen „Vergnügungspark“, einen neuen Kerweplatz angelegt. Mit der Kerwe am 18. Mai 1928 wurde dieser Platz eingeweiht. Bierzelte, Reitschulen und das Riesenrad, ganz winzig in der Mitte am obersten Rand, sind gut auszumachen. Der von Stadtbaumeister Hermann Hussong angelegte Park wurde bei einem Bombenangriff am 1. Januar 1945 zerstört. Heute teilen sich der Volkspark, der Betriebshof der Technischen Werke und Wohnanlagen der Bau AG das Gelände. Das Postkartenfoto ist im Besitz des Theodor-Zink-Museums.

Das Marhoffersche Sälchen

Bild180auf der linken Seite des Durchgangs vom St.-Martins-Platz zur Unionstraße wurde im Jahr 1900 von der Brauerei Marhoffer als „Konzertsaal“ erbaut. Das war offensichtlich ein Versuch, den Lauterern diese Institution gesittet und kultiviert ans Herz zu legen. Die Pfälzische Presse hatte herausgefunden, was der Pächter, Albert Brehm, ein Norddeutscher, der mit einer Hamburger Gastwirtstocher verheiratet war, dem Provinzstädtchen bieten wollte. Auch wenn die alte Geschichte nicht stimmt, paßt sie zu Lautern. Brehm soll sich von Hase zu Hase durch den Wald gefragt haben, wo das Städtchen zu finden sei, wo er die „Puppen“ tanzen lassen wollte. Am 19. Dezember 1900, zehn Tage vor der Eröffnung, schrieb die Zeitung: „Die alte Barbarossastadt wird immer mehr Großstadt...' Es gebe jetzt ein Varietétheater, die Wände geschmückt mit Göttinnen der Musik, des Handels und Gewerbes. Albert Brehm war mit seinem Konzept erfolgreich, und die Lauterer waren begeistert. Es war schick und etwas frivol „ins Sälchen“ zu gehen. Ausschnitt aus dem Osterprogramm 1905: Eine Handstandkünstlerin tritt auf, eine Kostüm-Soubrette und ein Tierstimmenimitator. Nachdem Brehm 1912 von Kaiserslautern weggezogen war, hörte man nichts mehr vom Varietétheater. Es ist dann nur noch von „Restauration und Konzertsaal“ nachzulesen. Eine gewisse Kontinuität ist dann wieder 1923 auszumachen. Das Sälchen wurde 1923 zu einem französischen Soldatenkino umfunktioniert. Als die Brauerei Marhoffer 1938 den Betrieb einstellte, geriet auch das Sälchen in Vergessenheit. Apropos Kontinuität: 1956 wurde es an eine Miederfabrik verpachtet, heute wird der restaurierte und sanierte Saal im Obergeschoß des Gebäudes von einer Tanzschule genutzt. Die Aufnahme wurde 1972 vom heutigen Referat Stadtentwicklung im Rahmen der Altstadtsanierung gemacht.

Der Karlsberg

Bild181Für den im Jahr 1874 auf der Südseite des Stiftsplatzes eröffneten Hotelbau hatten sich die Lauterer schon bald einen Spitznamen ausgedacht, der im Laufe der Jahre zu einer im Grunde seriösen und auch sehr treffenden Bezeichnung wurde: der Karlsberg. Die prächtige Fassade im Stil des Klassizismus mit dem Säulenentree war der Fassade des Schlosses Karlsberg bei Homburg nachempfunden, das Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken von 1778 bis 1779 erbauen ließ. Der Hotelbetrieb mit 80 Zimmern war ein Flop. Die Stadt übernahm den Bau 1890. Die Karlsberg-Chronologie verlief dann über Leerstand, „Kaffee Karlsberg“ und Kindergarten bis zu städtischen Dienststellen nach dem Zweiten Weltkrieg. Jedenfalls hatte der Karlsberg den Krieg ohne Bombenschaden überstanden. Im Jahr 1954 führte die Stadt eine komplette Renovierung des stattlichen Gebäudes durch. Dann kam aber auch schon bald der Gedanke des Abrisses ins Spiel. Man wollte ein neues Rathaus auf dieses Grundstück stellen. Dank der Unentschlossenheit des Stadtrats ergab sich sechs Jahre später die Gelegenheit für die Einkaufsstadt Kaiserslautern etwas zu tun: Der Karlsberg wurde 1960 an den Warenhauskonzern Wertheim für 3,5 Millionen Mark verkauft. Abriß des Karlsbergs und Kaufhaus-Neubau waren die nächsten Stationen. Das mehrfach reproduzierte kolorierte Foto aus den Beständen des Theodor-Zink-Museums zeigt den Karlsberg um 1914/1915.

Die Stiftsschule

Bild182Mit der Entscheidung, den Karlsberg am Stiftsplatz abzureißen, war gleichzeitig das Schicksal der alten Stiftsschule in der Stiftsstraße besiegelt. Das Gelände wurde ebenfalls für den Bau des Kaufhauses Wertheim benötigt. Das Foto aus dem Stadtarchiv wurde 1958 aufgenommen. Das Doppelgebäude des „Stifts“ war eines der ersten Kaiserslauterer Schulgebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die neuromanischen Türen und Fenster waren damals in bayerischer Zeit Elementen des Schlosses Neuschwanstein nachempfunden. Es war modern, den Stil König Ludwigs II. zu kopieren. Das „Stift“ beherbergte zunächst eine Knabenschule, dann eine Mädchenschule und dann eine Lateinschule. Schließlich brachte die Stadt in dem Bau eine Hilfsschule unter, die 1940 geschlossen wurde. In den 1950er Jahren war das gut erhaltene Gebäude von der Post genutzt worden.

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